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Telekommunikation in Darmstadt : Widersprüche gegen Funkmast

  • -Aktualisiert am

Eingriff in Land und Natur: Auch ein Schulweg könnte dem Bau eines Funkmastes zum Opfer fallen. Bild: Cornelia Sick

Die Anwohner der Eberstädter Villenkolonie in Darmstadt kämpfen als Bürgerinitiative gegen Pläne der Telekom, am Rande des Areals einen Funkmast zu errichten. Auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald legt Rechtsmittel ein.

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          Das Vorgehen der Darmstädter Stadtverwaltung und der Telekom bei der Planung eines Funkmasts an der Eberstädter Villenkolonie sorgt weiter für Verärgerung bei den Anwohnern. Zudem hat inzwischen auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Rechtsmittel gegen das Vorhaben eingelegt. Wie berichtet, soll am Rand der Villenkolonie ein Mast der Telekom errichtet werden. Anwohner fürchten nun um den Charakter des Ensembles und fordern, die Anlage an anderer Stelle wenige hundert Meter entfernt zu errichten.

          Am Samstag waren rund 100 Anwohner zu einem Treffen der Bürgerinitiative gekommen, die gegen den Standort des Funkturms kämpft. Mit Unverständnis war dabei auf ein Schreiben von Darmstadts Planungsdezernentin Barbara Boczek (Die Grünen) reagiert worden. Darin hatte sie sich an einzelne Unterstützer der Bürgerinitiative gewandt, die Widerspruch gegen die Baugenehmigung für den Mast eingelegt hatten. Unter anderem heißt es in dem Schreiben, die Telekom habe die Anwohner der Villenkolonie über den geplanten Bau informiert. Das haben die Betroffenen jedoch entschieden zurückgewiesen. „Wir wurden niemals über den Mast informiert, weder von der Telekom noch von der Stadt“, sagt Andrea Bruns, Unterstützerin der Bürgerinitiative.

          Gelebte Bürgerbeteiligung?

          Ferner bietet Boczek wie berichtet ein Gespräch zwischen Anwohnern, Stadt und Telekom an. Dabei solle „sachgerecht informiert werden, wie es in Darmstadt im Rahmen der Bürgerbeteiligungen gute und gelebte Praxis ist“, schreibt Boczek. Ein Termin wurde allerdings noch nicht genannt. Zwar suchen auch die Anwohner der Villenkolonie das Gespräch. „Schöner wäre es aber gewesen, wenn man uns den Dialog schon früh genug angeboten hätte und nicht erst jetzt plötzlich, wo schon alles entschieden ist“, bedauern sie. Weil sie dennoch hoffen, dass ein anderer Standort für den Mast gefunden wird, hat die Bürgerinitiative der Dezernentin nun Auswahltermine für ein Treffen vorgeschlagen.

          Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat unterdessen ebenfalls Widerspruch gegen die von der Stadt bereits im Juni erteilte Baugenehmigung eingelegt. Die Entscheidung widerspreche einschlägigen Gesetzesvorschriften und sei „ermessensmissbräuchlich“, wie es heißt. Statt bereitstehender ungeschützter Gebiete würde ein geschützter Waldbestand für den Bau in Anspruch genommen. Dieser Eingriff in Landschaft und Natur könne nicht ausgeglichen werden und sei deswegen zu vermeiden, begründet die Schutzgemeinschaft unter anderem ihren Entschluss.

          Die Bürgerinitiative zweifelt unterdessen auch an der Zusage der Stadt, dass ein Pfad, der bislang vor allem von Schülern auf dem Weg zur Haltestelle „Marienhöhe“ genutzt wird, erhalten bleibe. Der Pfad würde in Zukunft direkt an dem Mast vorbeiführen. Da aber seitlich des Turms jeweils Technikeinheiten errichtet und eingezäunt würden, sei gar kein Platz mehr für den Pfad, glaubt die Initiative. Die Stadt hatte auf Nachfrage bestätigt, der Weg bleibe erhalten, über die Gestaltung müsse sich jedoch mit Hessenforst abgestimmt werden.

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