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Techno-Festival in Hanau : Regierungspräsidium verbietet Love Family Park

Der Love Family Park darf künftig nicht mehr auf den Auwiesen am Main bei Hanau stattfinden. Das schreibt das Regierungspräsidium vor. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Oberbürgermeister Kaminsky will sich dafür einsetzen, dass das Musik-Festival weiter auf den Auwiesen bei Hanau veranstaltet werden kann.

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          Das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt hat die Musikveranstaltung Love Family Park auf den Mainwiesen in Hanau untersagt. Das hat der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Montag bekannt gegeben. Nach Ansicht der Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium hat der Schutz der Auwiesen mit seltenen Tier- und Pflanzenarten Vorrang vor dem Musikfestival. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Kaminsky der Presse vorlegte.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Veranstaltung mit elektronischer Musik ist bisher elf Mal auf den Wiesen bei der Hellentalbrücke, auf der die Bundesstraße43a verläuft, ausgerichtet worden . Davor wurde das Festival seit dem Jahr 1996 im Dunlop-Park abgehalten. Im vergangen Juli kamen 20000 Besucher, auch aus dem Ausland. Das Gelände für die Veranstaltung liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. In den vergangene Jahren war sie deshalb nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Die Stadt Hanau will erreichen, dass die für das Festival genötigten Fläche auf Dauer aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen wird. Das habe die Stadt habe beim RP beantragt, berichtete Kaminsky. Das Regierungspräsidium habe diesen Vorschlag nun abgelehnt. Schon vorher habe das hessische Umweltministerium wissen lassen, dass es auch keine weiteren Ausnahmegenehmigungen für den Love Family Park mehr geben dürfe. Der Veranstalter Steffen Charles sagte, es sei wirtschaftlich nicht möglich, das Festival in kleinerem Rahmen mit weniger Besuchern zu organisieren. Nach Kaminskys Worten gibt es in Hanau kein anderes geeignetes Gelände.

          Kaminsky: „empörend“

          In dem Schreiben des Regierungspräsidiums heißt es, das Landschaftsschutzgebiet diene dazu, die für das Ufergebiet typische Auenlandschaft zu erhalten. Es spiele dabei auch keine Rolle, dass die Wiesen nur einmal im Jahr für das Festival benutzt würden. Denn werde das Areal aus dem Landschaftsschutz herausgenommen, verliere das Regierungspräsidium seinen Einfluss und könne nicht verhindern, dass dort dann doch mehr Veranstaltungen erlaubt würden. Die Naturschutzbehörde im RP habe abzuwägen, ob dem Landschaftsschutz auf der anderen Seite ein so hohes öffentliches Interesse an der Musikveranstaltung entgegen stehe, dass eine Genehmigung gerechtfertig wäre. Dafür sieht das Regierungspräsidium keinen Grund. Denn das Festival spreche „nur einen begrenzten Adressatenkreis“ an und trage „nicht wesentlich zur Verbesserung der Wirtschaftskraft“ der Stadt bei.

          Kaminsky empfindet diese Begründung als „empörend“, wie er gestern sagte. In Hanau genieße die Musikveranstaltung viel Achtung. Eine breite Mehrheit der Stadtverordneten, nicht nur die Fraktionen der Koalition aus SPD, den Grünen und den Bürgern für Hanau, habe sich für ihren Erhalt ausgesprochen. Der Love Family Park sei keineswegs nur für eine Randgruppe interessant, wie es im Schreiben des RP behauptet werde. Es handele sich vielmehr um eine „imageträchtige Veranstaltung“, die die Stadt Hanau bekannt mache, bis weit über ihre Grenzen hinaus. Die Tatsache, dass nach elf Jahren noch schützenswerte Arten in den Auwiesen zu finden seien, beweise, dass das Festival den Wiesen keinen wirklichen Schaden zufüge. Der Gutachter im Auftrag der Stadt, Stefan Huck, sagte, die ökologische Funktion der Wiesen bleibe erhalten, trotz des Festivals. Der Hanauer Umweltdezernent Andreas Kowol (Die Grünen), sagte, auch in einem Landschaftsschutzgebiet sei eine Nutzung grundsätzlich möglich. Denkbar seien Auflagen zum Schutz der seltenen Arten, etwa dass besonders schützenswerte Teilgebiete abgesperrt würden. Auch ein Ausgleich auf anderen Flächen sei möglich.

          Der Oberbürgermeister wird nach seinen Worten keine Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Vielmehr will er sich bei der Landesregierung dafür einsetzen, dass die Entscheidung noch einmal geändert wird.

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