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Techno-Festival auf Standortsuche : Tausende Unterstützer für Love Family Park

Parkliebhaber: Die Initiative „Save the Park“ will die Technoveranstaltung Love Family Park geschützt sehen. Bild: Rainer Wohlfahrt

Die Hanauer Mainwiesen sind laut Umweltministerium fortan für das Techno-Festival Love Family Park tabu. Dagegen protestieren nun Tausende Fans per Online-Petition.

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          Mehr als 8000 Anhänger des Technofestivals Love Family Park haben im Internet die Petition der Initiative „Save the Park“ für den Erhalt der Großveranstaltung mit alljährlich rund 20.000 Teilnehmern unterzeichnet. In rund 1500 Kommentaren dazu drücken die Unterzeichner ihre Unterstützung aus. Auch auf der Internetplattform Facebook haben sich Tausende Befürworter gemeldet.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Hinter der Initiative steht ein breites, parteiübergreifendes Bündnis in Hanau, das sich dafür einsetzt, dass die Veranstaltung weiterhin auf den Mainwiesen in Großauheim stattfinden darf. Hoffnungen setzen die Mitglieder in den Regierungswechsel in Wiesbaden. Die Sprecher der Initiative, Sebastian Szutta, Torben Giese und Bastian Zander, sind optimistisch, dass die neue Umweltministerin Priska Hinz von den Grünen ihre Auffassung teilen wird, dass die im vergangenen Jahr erteilte Absage durch das Ministerium eine Form der Diskriminierung der Jugendkultur darstelle.

          „Schäden durch Festival inakzeptabel“

          Lucia Puttrich (CDU), Hinz’ noch amtierende Vorgängerin im Umweltministerium, hatte im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium in Darmstadt den Vorstoß der Stadt zurückgewiesen, die Veranstaltungsfläche auf den unter Schutz stehenden Mainwiesen bei Großauheim aus dem Landschaftsschutzgebiet Hessische Mainauen herauszunehmen, um das Festival dort dauerhaft stattfinden lassen zu können.

          Laut Umweltministerium und Regierungspräsidium sind die Beeinträchtigungen und Schäden durch die Veranstaltung in einem Landschaftsschutzgebiet nicht akzeptabel. Deshalb wurde das Ansinnen aus Hanau abgelehnt. Zugleich verfügten die Behörden, dass es eine Ausnahmegenehmigung wie in den Jahren zuvor für den Love Family Park nicht mehr geben soll.

          In der Petition fordern die Unterzeichner, „das diskriminierende und sachlich falsche Verbot des Love Family Parks auf den Hanauer Mainwiesen zurückzunehmen“. Vorgeschlagen wird, das vorgesehene Mediationsverfahren mit Vertretern der Stadt Hanau, die das Festival in der Stadt halten will, dem Regierungspräsidium und dem Land Hessen nun zu starten und gemeinsam eine Lösung für die Veranstaltung an seinem angestammten Ort zu suchen.

          Den Wechsel im Umweltministerium sehen die Vertreter von „Save the Park“ als eine Chance, dass die ablehnende Entscheidung noch einmal überdacht werden könnte. Da die Grünen und die neue Umweltministerin das entscheidende Argument der Diskriminierung von ihrem Eigenverständnis her nicht ignorieren könnten, was die bisherige Umweltministerin beharrlich getan habe, wird ein Umdenken erwartet. Eine grüne Umweltministerin werde sich intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen haben, warum denn nur der Love Family Park verboten werde. Sie werde dabei erkennen müssen, dass dies allein eine Folge von Diskriminierung sei.

          Zweierlei Maß?

          Sowohl die Initiative als auch der Veranstalter Cosmopop haben darauf hingewiesen, dass andere Großveranstaltungen wie das Hanauer Bürgerfest, das Höchster Schlossfest und das Mainfest in Rüsselsheim anstandslos auf dem Gebiet des Landschaftsschutzgebiets Hessische Mainauen stattfinden dürfen. Den Vorwurf, es werde mit zweierlei Maß gemessen, wies das Ministerium aber unter anderem mit dem Hinweis darauf zurück, dass Veranstaltungen im Landschaftsschutzgebiet stets von den Unteren Naturschutzbehörden in den jeweiligen Rathäusern genehmigt würden und nicht vom Umweltministerium.

          Die Petition soll in wenigen Tagen an das Umweltministerium übergeben werden. Die Zeit für eine mögliche Rücknahme des Veranstaltungsverbots wird allerdings knapp. Cosmopop sieht sich derzeit intensiv nach anderen Standorten um, in und außerhalb der Region. Als ein mögliches Veranstaltungsareal ist das Strandbad in Hanaus Nachbarstadt Großkrotzenburg im Gespräch. Eine Entscheidung darüber soll noch in diesem Monat getroffen werden. Allerdings hat sich Großkrotzenburgs Bürgermeister Friedhelm Engel (CDU) skeptisch darüber geäußert, ob das Strandbad und die Gemeinde eine solch große Veranstaltung stemmen können.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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