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Taunuskreise : Fusion soll jährlich bis zu 20 Millionen Euro sparen

  • Aktualisiert am

Eine Fusion der Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus könnte zu Einsparungen von 18 bis 20 Millionen Euro im Jahr führen. Diese Zahlen hat der Landrat des Hochtaunuskreises, Jürgen Banzer (CDU), am Dienstag in einem Interview mit dieser Zeitung erstmals genannt.

          Eine Fusion der Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus könnte zu Einsparungen von 18 bis 20 Millionen Euro im Jahr führen. Diese Zahlen hat der Landrat des Hochtaunuskreises, Jürgen Banzer (CDU), am Dienstag in einem Interview mit dieser Zeitung erstmals genannt. "Das sind immerhin eine bis anderthalb Grundschulen", sagte der Landrat. Diese Minderausgaben seien nach spätestens fünf Jahren zu erreichen. Als drei Grundannahmen hierfür nannte Banzer, daß bei einer Fusion Synergien wirksam würden, daß nach dem "Best-Practice"- Prinzip die jeweils besten Arbeitsmethoden der beiden Kreise angewandt würden und daß die für jedes Aufgabengebiet geeigneten Mitarbeiter mit den passenden Arbeitszeiten zur Verfügung stünden.

          Für die Berechnung wurden zwei Landratsämter mit den neutralen Bezeichnungen "1" und "2" in einem neuen "Musterlandkreis" zusammengeführt. Rein rechnerisch sei dabei sogar ein Sparpotential von 30 Millionen Euro erzielbar, sagte der Landrat. Dazu müßte der Business-Plan für den neuen Landkreis vollständig verwirklicht werden. Die 20 Millionen Euro seien daher durchaus realistisch als mittelfristiges Ergebnis kalkuliert. Am meisten ließe sich bei der Zusammenlegung der Verwaltungen erwartungsgemäß beim Personal sparen. Zur Zeit verfügen Main-Taunus- und Hochtaunuskreis nach dem Plansoll über 1369,5 Stellen. Im Main-Taunus-Kreis gibt es 744,25 und damit rechnerisch mehr Arbeitsplätze als im Hochtaunuskreis mit seinen 625,25 Stellen.

          Im Business-Plan des Musterlandkreises sind bestimmte zentrale Aufgaben in jeweils einem der bisherigen Landratsämter konzentriert. Einkauf, Personalservice oder die Rechtsabteilung würden nicht mehr doppelt vorgehalten. Auch Hochbau oder Immobilienmanagement könnten zentral an einer Stelle erledigt werden. Mitarbeiter der Gesundheitsdienste oder des Sozialen Hilfemanagements wären dagegen weiterhin in den beiden bisherigen Landratsämtern anzutreffen. Der fusionierte Musterlandkreis ließe sich der Kalkulation zufolge mit 952,5 Stellen verwalten; dies sind 417 weniger als die bisherigen Stellenpläne zusammen ausweisen. Bei durchschnittlichen Personalkosten von 55000 Euro je Mitarbeiter bedeutet dies fast 23 Millionen Euro Minderausgaben.

          Etwa 2,5 Millionen Euro an Sachkosten ließen sich sparen, wenn 5400 Euro je Mitarbeiter für Instandhaltung, Bürobedarf, Heizung, Dienstkleidung oder Fahrtkosten angesetzt würden. 10200 Euro im Jahr je Arbeitsplatz veranschlagt die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung außerdem für die Bereitstellung von Computern, Softwarepflege und Datenbereitstellung, so daß weitere 4,25 Millionen Euro gespart werden könnten. Am geringsten sind die Ausgaben für die demokratische Willensbildung: Lediglich 413000 Euro weniger fallen an, wenn im Musterlandkreis nur noch ein einziger Kreistag zusammenkommt und auch ein 13 Mitglieder zählender Kreisausschuß weniger finanziert werden muß.

          Weil Kündigungen ausgeschlossen sein sollen, setzt die Rechnung auf die Fluktuation der Mitarbeiter. Eine Reihe von Spezialistenstellen müßte jedoch sofort wiederbesetzt werden, so daß ein Stellenabbau von 20 Prozent in fünf Jahren als realistisch angenommen wird. Mit den vorliegenden Zahlen könnten die Verhandlungen mit dem Main-Taunus-Kreis beginnen, so Banzer. (bie.)

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