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Feldberghof-Sanierung : Almhütte im Taunus für die kalte Jahreszeit

Wenig einladend: Weil der Feldberghof wegen Sanierungsarbeiten noch geschlossen ist, entsteht daneben eine hölzerne Alpenhütte. Bild: Cornelia Sick

Die Sanierung der Gaststätte auf dem Feldberg dauert länger. Deswegen müssen Ausflügler jedoch nicht frieren. Eine Almhütte wird gerade aufgebaut.

          3 Min.

          Ein Ausflug auf den Großen Feldberg ist auch im Winter beliebt. Die ersten Schneeflocken der Saison sind in der Nacht zum Dienstag schon gefallen. Eine Gelegenheit, sich zwischendurch aufzuwärmen, soll demnächst eine Almhütte mit 160 Plätzen auf dem Parkplatz des Feldberghofs bieten. Sie wird gerade aufgebaut, während der bisher genutzte Food-Truck und die zugehörigen Zelte verschwinden. „Spätestens übernächstes Wochenende öffnen wir die Hütte“, sagt Hedmar Schlosser, der neue Pächter des Feldberghofs. Wann die eigentliche Gaststätte wieder in Betrieb gehen kann, ist hingegen ungewiss. Die Sanierungsarbeiten können erst demnächst beginnen und werden teurer als erwartet.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Neuverpachtung nach dem Ende des alten Vertrags am 31. März bietet die Gelegenheit, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Bisher hatte der Hochtaunuskreis dafür mit 1,75 Millionen Euro kalkuliert. Nach der jüngsten Berechnung belaufen sich die Sanierungskosten allerdings auf 2,2 Millionen Euro. Die intensive Prüfung des Bauwerks durch Fachleute in den vergangenen Monaten habe gezeigt, dass umfangreichere Arbeiten nötig seien als ursprünglich angenommen, teilte der Kreis mit. Nach 20 Jahren Bewirtschaftung bei Wind und Wetter sei der Zustand der Bausubstanz deutlich schlechter als erhofft.

          Wie sich herausstellte, war der Aufbau des Dachs nicht fachgerecht ausgeführt. Es wird deshalb erneuert und neu gedeckt. Bei dieser Gelegenheit soll auch die Dämmung verbessert werden, um die Wirtschaftlichkeit auf lange Sicht zu erhöhen. Wenn es das Wetter zulässt, könnte das Gerüst noch vor dem Jahreswechsel aufgestellt werden, um die Neueindeckung in diesem Jahr abzuschließen. Unerwartet schwierig gestaltet sich der Einbau einer Lüftungsanlage im Untergeschoss. Sie ist nötig, um einen Kiosk und einen Biergarten mit entsprechender Küche betreiben zu können. So ergab sich durch Kamerauntersuchungen der Abwasserkanäle, dass die Grundleitungen anders verlegt werden müssen als geplant.

          Eröffnung wohl erst im Sommer nächsten Jahres

          Eigentlich sollte die mit dem neuen Vertrag deutlich erhöhte Pacht nicht nur die jetzige Sanierung finanzieren, sondern auch die Altschulden des Zweckverbands Feldberghof, den der Hochtaunuskreis 1987 mit der Gemeinde Schmitten gegründet hatte. Die verbliebenen Schulden in Höhe von fast 700.000 Euro übernimmt jetzt jedoch der Kreis. Sie sind der Rest eines Darlehens über 1,1 Millionen Euro aus dem Jahr 2005. Damals hatte der Zweckverband das 1999 von einem privaten Investor errichtete Gebäude gerade gekauft. Schon vor 14 Jahren wurde das aufgenommene Geld für Sanierungsarbeiten benötigt. Das Darlehen läuft noch bis 2035.

          Das letzte Wort hat der Kreistag, doch der Haupt- und Finanzausschuss hat die Übernahme der Altschulden am Montagabend ohne Diskussion einstimmig beschlossen. Lediglich die AfD enthielt sich. „Wir wollen mit dem neuen Pachtverhältnis einen vernünftigen Start hinlegen“, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU) zur Begründung des Schritts. Er ist zugleich Vorsitzender des Zweckverbands. Die Gemeinde Schmitten beteiligt sich an der Schuldenübernahme nicht. Sollte der Verband einmal aufgelöst werden, fällt dafür dessen gesamtes Vermögen dem Hochtaunuskreis zu. Das ist allerdings niedriger als gedacht. Die Bilanz müsse korrigiert werden, heißt es in der Vorlage, weil die Gebäudesubstanz des Feldberghofs mit 808.000 Euro zu hoch bewertet sei – eine weitere Folge der Bauuntersuchungen.

          Bei der Neuverpachtung des Feldberghofs entschied sich der Zweckverband vor einem Jahr abermals für die zur Radeberger-Gruppe gehörende Binding-Brauerei. Wie zuvor verpachtet sie die Gaststätte unter. Der neue Feldberghof-Betreiber Schlosser kommt aus dem Nachbarkreis Limburg-Weilburg und führt das Hotel zur Krone in Löhnberg sowie weitere Hotel- und Gastronomiebetriebe.

          Für das Feldbergplateau hatte er eigentlich vor, nach der Übergangslösung mit Imbisswagen und Zelten noch in diesem Herbst einen Biergarten an der zur Falknerei gelegenen Seite des Feldberghofs einzurichten. Daraus ist nichts geworden, und auch die Absicht Schlossers, den Biergarten jetzt zumindest am 1. April nächsten Jahres zu eröffnen, wird vermutlich nur schwer zu verwirklichen sein.

          Die technische Gebäudeausrüstung kann erst in den nächsten Wochen ausgeschrieben werden, heißt es beim Kreis. Dann könnten die Arbeiten voraussichtlich im Februar beginnen. Über den Winter soll schon einmal die Heizungsinstallation angepasst werden. Dazu wird das Haus mit einer eigenen Winterheizung gewärmt. Nach dem jetzigen Stand rechnet der Zweckverband damit, dass der Betrieb des Biergartens im Sommer nächsten Jahres beginnen kann.

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