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Fastnachtssitzung : Mit Merkel-Raute auf Quoten-Fang

Achtung, Verwechslungsgefahr: „Merkel“ und „Kramp-Karrenbauer“ besuchen Mainz. Bild: obs

Mainz bleibt Mainz: Der SWR setzt in der Fernsehfastnachtssitzung am Freitag vor allem auf Redner der politischen Fraktion. Aber auch die Musik kommt nicht zu kurz.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt gerne nach Mainz und nimmt dafür am liebsten „die Balkanroute – also über Offenbach und Frankfurt nach Rüsselsheim und weiter durch Ginsheim-Gustavsburg sowie die drei AKK-Gemeinden Amöneburg, Kastel und Kostheim bis an den Rhein“. Das zumindest behauptet der Zahnarzt Florian Sitte, der es eigentlich wissen muss, weil er sich ja auch in dieser Kampagne wieder in den ziemlich engen und ganz schön roten Kanzlerinnen-Blazer zwängt, um dem Narrenvolk im Saal die große Politik und vor allem die Politik der großen Koalition zu erklären. Das soll der scharfzüngige Fastnachtsredner, wie am Samstag bekanntgegeben wurde, auch in der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ machen, die vom Südwestrundfunk (SWR) am Freitag von 20.15 Uhr an im Ersten bundesweit übertragen wird.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Damit nicht genug: Die falsche Kanzlerin will laut Ankündigung ihre Parteifreundin Annegret Kramp-Karrenbauer mitbringen, deren Part im konkreten Fall der Verwandlungskünstler Helmut Schlösser übernehmen wird. Exklusiv für die TV-Sitzung, die in der vergangenen Kampagne von fast 6,5 Millionen Zuschauern eingeschaltet wurde, sollen die beiden Spitzenfrauen der Berliner Union, dargestellt von zwei Topkräften der Mainzer Fastnacht, zur besten Sendezeit gemeinsam auf der närrischen Rostra erscheinen. Schließlich wollen die für das Programm verantwortlichen SWR-Redakteure Günther Dudek und Norbert Christ beim Kampf um die Quote am Freitag möglichst mit Rednern des „politisch-literarischen Fachs“ überzeugen: etwa mit dem Protokoller Erhard Grom, der gleich zu Beginn der Veranstaltung das Jahr Revue passieren lassen wird; aber auch mit dem in TV-Dingen erfahrenen Kabarettisten Lars Reichow, der später am Abend, wie gewohnt, eine närrische Nachrichtenshow moderieren soll.

          Premiere für Johannes Bersch

          Auf seine Fernsehpremiere kann sich dagegen der als „Moguntia“ auftretende Johannes Bersch freuen. Alle gemeinsam werden sie den Politikern im Saal „ordentlich die Leviten lesen“, sind sich Dudek und Christ einig, die nach wochenlanger Narrenbeobachtung die Qual der Wahl hatten. Für etliche potentielle Kandidaten, wie den gemeinhin auf der Reichstagskuppel sitzenden „Till“, blieb diesmal letztlich kein Programmplatz frei. Schließlich soll zwischendrin ja auch noch unbeschwert gelacht werden, wofür die Kokolores-Fraktion verantwortlich zeichnet. Dazu zählen das Duo Martin Heininger und Christian Schier, der „Meenzer Polizist“ Alexander Leber, „Partymuffel“ Jürgen Wiesmann, der „Lehrer“ Detlev Schönauer sowie nicht zuletzt Sitzungspräsident und „Obermessdiener“ Andreas Schmitt. Als „Running Gag“ werden abermals die „Alten vom Komitee“, also Christian Schier und Michael Emrich, von Zeit zu Zeit auch noch ihren Senf dazugeben.

          Und dann gibt es bei der fast vier Stunden währenden Narrenschau im Mainzer Schloss erfahrungsgemäß auch noch Tanz und Musik. Für Ersteres sind neben dem Hofballett des Mainzer Carneval-Vereins die diesmal afrikanisch daherkommenden Aktiven des TSV Schott zuständig. Für den richtigen Ton und die gewünschte Stimmung im Saal sollen unter anderen Hofsänger und Schnorreswackler sorgen. Den Sängerreigen komplettieren Thomas Neger und die Prinzengarde, der „Schwellkoppträger“ Thorsten Ranzenberger und der als „Musiktherapeut“ auftretende Andy Ost, der wie alle anderen Aktiven mit dazu beitragen möchte, dass das seit 1973 alljährlich erneuerte Versprechen „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ auch am Freitagabend wieder eingelöst wird.

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