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SV Darmstadt 98 : Jetzt schießt Darmstadt auch noch Tore

  • -Aktualisiert am

Seit 16 Spielen ungeschlagen: SV Darmstadt 98. Bild: dpa

Fußballfest am Böllenfalltor: Nach dem 5:0 über Union Berlin träumen die Fans der Lilien vom Aufstieg in die Bundesliga. Mannschaftkapitän Sulu trifft zweimal.

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          Es geht für den SV Darmstadt 98 schnurstracks in die Fußball-Bundesliga - wenn die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster so weitermacht. Und daran zweifeln immer weniger. Durch den souveränen 5:0-Heimsieg über Union Berlin am Freitagabend sind die „Lilien“ nun schon seit 16 Spielen ungeschlagen. Erfolg und kein Ende beim sich immer mehr anbahnenden Durchmarsch in die höchste Spielklasse - diesmal erzielten zweimal Aytac Sulu (80. und 83. Minute), Leon Balogun (34.), Romain Bregerie (45./Foulelfmeter) und Milan Ivana (56.) die Treffer für die voll auf Angriff eingestellten Hessen. „Wir wollten nach vorne Fußball spielen“, sagte Schuster. Tabellenplatz zwei stellt ja auch Ansprüche an einen Aufstiegsanwärter, der sich diesmal Toreminimalismus in Form von nur einem erzielten Treffer nicht nachsagen lassen wollte. Von Vorteil war dabei für die „Lilien“, dass sie lange in Überzahl spielten, denn Berlin verlor kurz vor der Halbzeitpause Torhüter Mohamed Amsif. Er hatte den SV 98-Profi Marco Sailer im Strafraum nur per Notbremse stoppen können und dafür die Rote Karte bekommen. Seinen Torhüter in die Bredouille gebracht hatte der ehemalige Mainzer Fabian Schönheim mit einem katastrophalen Fehlpass. Den Ball konnte sich Sailer dann erlaufen.

          „Es ist schon der Wahnsinn und sensationell, was man hier erlebt“, sagte Balogun. Mit ihrem neuerlichen Erfolg setzten die Darmstädter außerdem ihre Konkurrenten im Aufstiegskampf, Kaiserslautern und den Karlsruher SC, unter Zugzwang. Der Vierte KSC hätte schon fünf Punkte Rückstand auf die Hessen, wenn er seine Begegnung am Sonntag beim Tabellenführer Ingolstadt verlöre. Der Spitzenreiter aus Bayern hat nun nur noch drei Punkte Vorsprung vor den Darmstädtern.

          Neuer Torwart, altes Spiel

          Diesmal musste es beim SV 98 auch ohne Dominik Stroh-Engel gehen. Der Torjäger (acht Saisontreffer) war aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt - wie Mittelfeldspieler Jérome Gondorf, den Hanno Behrens ersetzte. Allerdings steckt Stroh-Engel in der persönlichen Ergebniskrise, hatte er doch in den vergangenen elf Begegnungen nicht mehr getroffen. So sollte der Freitag, der 13., der Glückstag für seinen Stellvertreter Ronny König werden, jenen Profi mit der Rückennummer 13. Ein persönlicher Erfolgserlebnis gelang ihm jedoch nicht. Aber König war ordentlich im Spiel.

          Mit Worten peilen die zurückhaltenden Darmstädter, die auf Offensivspieler Jan Rosenthal (muskuläre Beschwerden) verzichten mussten, noch nicht den Aufstieg an. Aber mit Taten: Im Duell mit Union schlugen sie nur eine Richtung ein - die nach vorne. Es dauerte dann jedoch bis zur 23. Minute, bis die Großchance zum Führungstreffer da war. Nur: Nach der Hereingabe des starken Marcel Heller traf König den Ball nicht richtig. So nutzte es ihm auch nichts, dass kein Gegenspieler bei ihm war. So wurde das 1:0 zur Kopfsache. Der gebürtige Berliner Leon Balogun sprang im Anschluss an einen Freistoß von Milan Ivana am höchsten und köpfte den Ball mit Wucht zum 1:0 (34.) in das Union-Tor. Es war bereits der 13. Darmstädter Treffer nach einer Standardsituation. Dass Romain Bregerie ein guter Elfmeterschütze ist, bewies er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Der Franzose erzielte das 2:0 gegen den eingewechselten Daniel Haas.

          Neuer Torwart, altes Spiel: Haas musste sich in der 56. Minute zum zweiten Mal geschlagen geben, stand Ivana bei einem Treffer zum 3:0 doch goldrichtig. Nach zwei Kopfbällen von König und Sailer traf Ivana mit seinem Schuss ins lange Eck. Den höchsten Saisonsieg stellte dann Kapitän Sulu mit seinen beiden Kopfballtreffern her. Er ging seinem Trainer danach am Spielfeldrand an die Hosentasche. „Für Tore von Innenverteidigern muss das Trainerteam einen Obolus bezahlen“, sagte Schuster. Die ungewohnte Torflut machte das Stadion am Böllenfalltor zum Tollhaus. Und die „Lilien“-Anhänger träumten bei der großen Fußballparty schon lautstark von der ersten Liga. Ihre Mannschaft gibt auch allen Anlass dazu. Schuster hingegen behielt seinen Kurs bei, nicht von Höherem zu sprechen. Er sagte: „Das war ein absolut verdienter Sieg. Jetzt wartet schon das nächste Spiel in Düsseldorf.“

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