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Sudfass in Frankfurt : Elegante Wohnhäuser am Ufer

So sündig das Sudfass von außen wirkt, so seriös tritt der Nachfolgebau auf, der auf dem Grundstück des Bordells im Ostend geplant ist: Architekt Stefan Forster hat den Wettbewerb für sich entschieden.

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          So sündig das Sudfass von außen wirkt, den Eingang markieren immerhin zwei gespreizte Frauenbeine, so seriös tritt der Nachfolgebau auf, der auf dem Grundstück des Bordells im Ostend geplant ist. Das Büro des Architekten Stefan Forster hat den kleinen Wettbewerb für sich entschieden. Zwei in Höhe und Farbe unterschiedliche Häuser fassen den Straßenraum neu. Die Fluchtlinie der Nachbarhäuser wird straßenbegleitend bis zur Kreuzung weitergeführt. Sie mündet in einem dunklen, eleganten Türmchen, das als städtebaulicher Hochpunkt den Brückenkopf markiert.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Hinter der mit hellen Klinkern verkleideten Fassade des östlichen, achtgeschossigen Gebäudes ist Platz für rund 30 Eigentumswohnungen. An der Brückenauffahrt steht ein zehngeschossiger, 32 Meter hoher Bau mit dunkler Klinkerfassade, der als Boardinghaus mit rund 60 Appartements gedacht ist.

          „Hochpunkt“ städtebaulich erwünscht

          Forster konnte sich in dem Gutachterverfahren gegen die Büros von Drexler Guinand Jauslin, BB22 und Marie-Theres Deutsch durchsetzen. Das Preisgericht unter Vorsitz von Ernst Ulrich Scheffler sah in dem Entwurf die beste Lösung für die Gestaltung der Ecksituation zwischen Oskar-von-Miller-Straße und Flößerbrücke. Von Forster stammte schon ein erster Entwurf für den Bauherrn, die Oskar Grundbesitz GmbH, an der der Projektentwickler Quissenz beteiligt ist. Die Projektsteuerung übernimmt Dreyer und Kollegen. Die Stadt bestand aber wegen der prominenten Lage auf einem Gutachterverfahren.

          Um das Gebäude zu realisieren, ist allerdings eine Änderung des Bebauungsplans nötig. Der Bauherr sei zuversichtlich, dass das Planungsdezernat das nötige Verfahren einleitet, heißt es in einer Mitteilung der BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung, die den Wettbewerb organisiert hat. Der Bauherr will das Sudfass Ende des Jahres abreißen lassen und 2014 mit dem Neubau beginnen. Stadtplanungsamtsleiter Dieter von Lüpke hält einen „Hochpunkt“ an dieser Stelle für städtebaulich erwünscht. Die Stadt hat dessen Höhe auf 30 Meter begrenzt. Der Bauherr sei gut beraten, sich mit den Nachbarn ins Benehmen zu setzen. Forster zufolge wird die erforderliche Abstandsfläche zum Nachbarhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dem zum Wohnhaus umgebauten früheren Arbeitsamt, aber nicht unterschritten. Der Architekt hat sich für eine dunkle Klinkerfassade entschieden, um ein Gleichgewicht zum früheren Arbeitsamt zu schaffen. Balkone und Gärten orientieren sich zum Wasser. Der Zugang für Radler und Fußgänger zum Ufer werde erleichtert, eine große Freitreppe führt künftig zur Uferpromenade.

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