https://www.faz.net/-gzg-9jryh

Rauschgift aus dem Darknet : Suchtforscher fordert Neuorientierung der Drogenpolitik

  • Aktualisiert am

Drogenhandel im Darknet: Ein Suchtforscher schlägt Alarm. Bild: dpa

Der Rauschgifthandel geht durch einen digitalen Wandel. Denn das Darknet bietet neue Möglichkeiten des Vertriebs. Ein Suchtforscher plädiert zu einer neuen Drogenpolitik.

          1 Min.

          Die Zunahme des Drogenhandels im Darknet stellt aus Sicht des Frankfurter Suchtforschers Heino Stöver nicht nur eine Herausforderung für Drogenpolitik und -hilfe dar, sondern macht auch eine Neuorientierung der Drogenpolitik erforderlich. Dabei plädierte der Wissenschaftler der Frankfurt University of Applied Sciences am Mittwoch für „Regulierung statt Repression“.

          Stöver bezog sich nicht nur auf die jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zur Drogenkriminalität, nach denen die sogenannte „konsumnahen Delikte“ mit 77 Prozent den größten Teil der Rauschgiftkriminalität ausmachten. Diese Ermittlungen bedeuteten einen „enormen Aufwand für Polizei und Staatsanwaltschaft“, lösten aber nicht das Problem der Organisierten Kriminalität. Auch im Darknet sei der Rauschgifthandel „hauptsächlich ein Endkundengeschäft“.

          Drogenhandel im Internet

          „Die Kriminalisierungswucht trifft die Konsumenten“, sagte Stöver, der als Beispiel für eine machbare Regulierung Kanada nannte. Notwendig sei allerdings ein „geschlossenes System“, in dem Anbau, Produktion und Handel ebenso geregelt sein müssten wie die Alters- und Zugangskontrollen in den Geschäften.

          Von der zunehmenden Verlagerung des Drogenhandels ins Internet erwartete Stöver, dass der Zugang Minderjähriger zu Drogen eher noch erleichtert werde: Gerade junge Menschen verfügten über das Wissen, wie sie sich anonym im Internet bewegen können. Stöver hat jetzt zusammen mit anderen Wissenschaftlern einen Sammelband zum Thema „Drogen, Darknet und Organisierte Kriminalität“ herausgegeben.

          Laut Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 mehr als 2500 Fälle von Drogenkriminalität im Darknet erfasst - ein Anstieg um etwa 24 Prozent. Zwei der zu diesem Zeitpunkt größten Darknet-Marktplätze für Drogen wurden Mitte 2017 abgeschaltet: Eine der Plattformen hatte rund 200.000 Nutzer, darunter 40.000 Verkäufer.

          Weitere Themen

          Die Tür zur Kindheit

          Hessisches Staatsballett : Die Tür zur Kindheit

          Chefchoreograph Tim Plegge interpretiert den „Nussknacker“ mit dem Hessischen Staatsballett neu. Bei der Inszenierung geht es dem Choreographen vor allem „um die kindliche Phantasie“.

          Topmeldungen

          Die Demokratin Nancy Pelosi gerät im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump aneinander.

          Trump gegen Pelosi : Da oben ist was nicht in Ordnung

          Syrien, Ukraine – und die eigene Partei: Donald Trump kämpft an mehreren Fronten. Das geht an die Substanz des amerikanischen Präsidenten. Das zeigt auch der heftige Streit mit Nancy Pelosi. Unterdessen verschärft sich die Konfrontation mit dem Kongress.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.