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Eintracht Frankfurt : Hübner muss liefern

Wer macht das Rennen? Bruno Hübner hat viele Ideen, nicht alle stoßen in der Klubführung auf Zustimmung. Bild: Wonge Bergmann

Keller, Korkut oder Kovac? Die Suche nach dem neuen Trainer gestaltet sich schwierig. Der Sportdirektor steht unter Druck. Und die Eintracht hat noch andere Probleme.

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          Es herrscht erhöhter Beratungsbedarf. Der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG hatte in Anbetracht der Ereignisse den Ablaufplan kurzerhand geändert. Ursprünglich, so sah es das Kalkül der neun Kontrolleure vor, war für Montag nur ein Treffen vorgesehen, bei dem die Findungskommission über den Stand der Dinge bei der Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Heribert Bruchhagen informieren sollte.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Doch die Vorkommnisse des Wochenendes machten ein Umdenken notwendig, die Sitzung begann schon um 16 Uhr: mit aktualisierter Tagesordnung. Durch den Rauswurf Armin Vehs benötigt der Klub schnellstmöglich vor allem einen Chefcoach, mit dessen Hilfe der drohende Absturz in die zweite Liga verhindert werden kann. Der neue Mann wäre Trainer Nummer 39 in der Bundesliga-Historie der Eintracht.

          Hübners erster Vorschlag wurde abgelehnt

          Sportdirektor Bruno Hübner, der zuletzt bei vielen Personalentscheidungen kein glückliches Händchen besaß, erhielt vom Vorstand den Auftrag, in der Kürze der Zeit eine überzeugende Lösung zu präsentieren, mit der sich die sportlichen Nöte in den Griff bekommen lassen. Ein fertiger Plan B, auf den er nach der Trennung von Veh hätte zurückgreifen können, lag nicht in der Schublade. Hübners erster Vorschlag stieß nicht auf das Wohlwollen der Gremien. Nach Informationen dieser Zeitung lautete seine Idee, den arbeitslosen Kosta Runjaic mit der Aufgabe zu betrauen.

          Der gebürtige Wiener arbeitete bis zu seiner Entlassung im vergangenen September knapp zwei Jahre beim 1.FC Kaiserslautern. Ein Klub, mit dem Hübner seit seinem Einstieg bei den Hessen 2011 ein halbes Dutzend Transfergeschäfte abwickelte. Davor trug Runjaic unter anderem bei Darmstadt 98 und dem MSV Duisburg Verantwortung – sein bisheriger Werdegang prädestiniert ihn nicht dazu, in diesem Urteil waren sich die Eintracht-Bosse einig, die Rettungsmission zu übernehmen.

          Hübner, der an der Sitzung des Aufsichtsrats in Räumen der Helaba nicht vollständig teilnahm, konzentrierte dem Vernehmen nach seine Bemühungen daraufhin auf drei andere Personalien: Tayfun Korkut, Niko Kovac, der nach Informationen mehrerer Medien am Montag in Frankfurt gewesen sein soll und im Duett mit Bruder Robert arbeiten würde, und Jens Keller. Bei keinem von ihnen handelt es sich um einen gestandenen Vertreter seines Fachs; auch Jos Luhukay (zuletzt Hertha BSC) steht auf der Wunschliste, aber nicht an oberster Stelle. Zu Korkut, bis April 2015 bei Hannover 96 unter Vertrag, hatte die Eintracht schon im vergangenen Frühsommer Kontakt aufgenommen, als auch Hübner davon ausging, Veh würde als Vorstandsmitglied zurückkehren.

          Im Januar waren Niko Kovac (Mitte) und Bruder Robert (links) Gäste im Trainingslager von Borussia Dortmund: Am Montag soll er bereits in Frankfurt gewesen sein
          Im Januar waren Niko Kovac (Mitte) und Bruder Robert (links) Gäste im Trainingslager von Borussia Dortmund: Am Montag soll er bereits in Frankfurt gewesen sein : Bild: Picture-Alliance

          Damals waren aber längst nicht alle Protagonisten von der Vita des Deutsch-Türken überzeugt, der seit elf Monaten ohne Anstellung ist. Vor seiner glücklosen Zeit bei den Niedersachsen feierte er Erfolge ausschließlich im Jugendbereich (TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart, Real Sociedad). „Ein Feuerwehrmann“, das hatte Bruchhagen betont, werde nicht benötigt, stattdessen ein Fachmann, der Geschick und Weitsicht bewiesen habe; daher überrascht, dass auch Kovac in den Fokus geriet. Er war (als Assistent) bei RB Salzburg beschäftigt, ehe er die kroatische Nationalmannschaft von Oktober 2013 bis September 2015 führte. Viel Erfahrung ist das nicht.

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