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Sturmtief „Sabine“ : Gut gewarnt ist halb überstanden

Sturmschaden: In der Nacht zu Montag ist der Ausleger eines Baukrans in das Dach des Frankfurter Doms eingeschlagen. Bild: dpa

Das Sturmtief „Sabine“ hat in Hessen weniger Schaden verursacht, als vorausgesagt. Nach dem Unwetter werden die Beschwerden über vorsorgliche Maßnahmen bei Bahn und Schulen laut.

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          Am Ende war alles halb so schlimm. Den Frankfurter Dom hat es wahrscheinlich noch am heftigsten getroffen. Der Schaden, den der umgestürzte Baukran auf dem Dach des Gotteshauses angerichtet hat, ist keine Kleinigkeit. Aber im Großen und Ganzen sind das Rhein-Main-Gebiet und im Grunde ganz Hessen sehr glimpflich davongekommen. Andernorts hat der Orkan Sabine deutlich tiefere Spuren hinterlassen.

          Dass es am Morgen danach trotzdem Kritik von allen möglichen Seiten gibt, gehört gewissermaßen zur üblichen Unwetter-Folklore. Kaum dass die letzten Böen verweht sind, melden sich die Besserwisser. Sie werfen dem Deutschen Wetterdienst vor, er habe mit seinen Warnungen übertrieben, sie schimpfen über die Deutsche Bahn, weil sie zu früh den Verkehr eingestellt und schlecht informiert habe, und sie geißeln die vorsorgliche Schließung der Schulen.

          Solche Vorwürfe sind ebenso vorhersehbar wie billig. Richtig ärgerlich wird die Sache dann, wenn diese schlaumeierischen Wortmeldungen von jemandem wie Jörg Kachelmann kommen. Nachdem er in den vergangenen Tagen selbst fast kein anderes Thema kannte, motzt der einstige Wetterentertainer, der statt auf dem Bildschirm inzwischen vor allem auf Twitter aktiv ist, nun über die hysterische Berichterstattung zu Sabine und über die übertriebene Vorsicht der Deutschen Bahn.

          Einmal abgesehen von der Frage, was der Schweizer Wetteronkel denn überhaupt von Zügen, Schienen und den Bedingungen des Bahnverkehrs versteht, ist es schon erstaunlich, dass ausgerechnet der Mann, der im Angesicht von Lothar, Anna und Kyrill einst Wetterdienst, Bahn und allerlei andere Institutionen mit medialem Dauerfeuer überzog und der Sorglosigkeit und Tatenlosigkeit bezichtigte, jetzt allen Ernstes schreibt: „Man kann und sollte Sturm auch genießen.“ Das ist nicht nur armselig, sondern auch gefährlich. Denn wenn tatsächlich einmal etwas passiert, dann sind es die Kachelmänner dieser Welt, die als Erste über das angeblich mangelnde Krisenmanagement von Wetterdienst, Bahn und überhaupt allen anderen schimpfen.

          Peter Badenhop
          (bad.), Rhein-Main-Zeitung

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