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Marodes Bauwerk : Stütztürme für die Salzbachtalbrücke

Die Ursache: Blick von unten auf die Salzbachtalbrücke. Bild: Frank Röth

An der Salzbachtalbrücke werden in der nächsten Woche aus sicherer Entfernung Stütztürme aufgestellt. Wann das marode Bauwerk gesprengt wird, ist noch offen.

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          Das Warten auf die große Explosion zieht sich hin. Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es noch keinen Termin für die geplante Sprengung der Süd- und Nordhälfte der Salzbachtalbrücke. Aktuell liefen die Arbeiten zur Herstellung der Gerüsttürme, auch bereiteten Arbeiter die für sie benötigten Standflächen vor. Auf diesen Flächen sollen die Türme in den nächsten Tagen aufstellt werden, um dem einsturzgefährdeten Pfeiler wieder mehr Stabilität zu geben. Dabei gilt weiterhin eine Sicherheitszone von 50 Metern um die Brücke, die nicht betreten werden darf.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die Autobahn GmbH ist deshalb aktuell auf ferngesteuerte Geräte und Fahrzeuge angewiesen. Westlich des besonders gefährdeten Pfeilers wird derzeit mit einer ferngelenkten Raupe ein Schotterunterbau hergestellt. Dieser soll eine tragfähige Grundlage für den westlichen der beiden vorgesehenen Gerüsttürme bilden. Der östliche Turm wird auf der Straße unterhalb der Brücke stehen und von einem Autokran aufstellt. Gesteuert wird die Raupe aus einem Kastenwagen, der auf der Brücke der Bundesstraße 263 geparkt ist. Darin ist der Führerstand mit Großbildmonitor für das Raupenfahrzeug.

          „Kraftschluss“ zwischen Brückenüberbau und Stützgerüsten

          Wenn die beiden Gerüsttürme stehen, kommen die darauf montierten hydraulischen Pressen zum Einsatz. Sie werden soweit ausgefahren, bis der „Kraftschluss“ zwischen Brückenüberbau und Stützgerüsten hergestellt ist. Das soll die Brücke soweit stabilisieren, dass die Experten zur Klärung der Schadensursache unmittelbar an das Bauwerk können und dass die Sprengung gefahrlos vorbereitet werden kann.

          Unterdessen hat die Landeshauptstadt weitere Vorgaben gemacht, um den Verkehrsinfarkt zu vermeiden. Dazu gehört die Neuordnung der Verkehrsführung auf der Mainzer Straße rund um den Amöneburger Kreisel. Dort wurde eine zusätzliche Busspur markiert. Laut Stadt ist das allerdings befristet für die Zeit der faktischen Sperrung des Wiesbadener Hauptbahnhofs. Mit der Busspur soll die Fahrt der Buslinien 6 und 33 sowie der Schienenersatzbusse zwischen den Bahnhöfen beschleunigt werden. „Von der temporären Busspur profitieren bis zu 20 Busse pro Stunde“, heißt es aus dem Rathaus.

          Auf dem Theodor-Heuss-Ring (Zweiter Ring) wird zwischen Mainzer Straße und Biebricher Allee ebenfalls temporär eine zweite Fahrspur ausgewiesen, um auf dieser wichtigen Verkehrsachse einen besseren Verkehrsfluss zu erreichen. Schon verwirklicht hat die Stadt das im Abschnitt Breitenbachstraße bis Biebricher Allee.

          „Tag für Tag besser“

          „Unsere ersten Beobachtungen zeigen, dass die Maßnahme sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirkt“, sagt Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen): „Es ist ein Kraftakt, aber wir bekommen die Situation Tag für Tag besser in den Griff.“ Als Ausgleich für wegfallende Parkplätze prüft das Tiefbau- und Vermessungsamt die Ausweisung von Ersatzparkplätzen in der südlichen Breitenbachstraße. Weitere „Notmaßnahmen“ auch zur Erreichbarkeit der Bahnhöfe Biebrich, Wiesbaden-Ost und Schierstein würden derzeit geprüft.

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