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Schüler und Klimaschutz : Studienfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff sorgt für Diskussionen

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Problematische Abschlussfahrt für Klimaaktivisten: Kreuzfahrtschiffe gelten als äußerst umweltschädlich (Symbolbild). Bild: ZB

Schüler eines Frankfurter Gymnasiums sollen eine Abschlussfahrt auf einem Kreuzfahrtschiff verbringen. Aber solche Reisen gelten als besonders klimaschädlich.

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          Mitten in der Debatte um den Klimaschutz hat die Abschlussfahrt von Schülern eines Frankfurter Gymnasiums mit einem Kreuzfahrtschiff für Diskussionen gesorgt. 16 Schüler der Carl-Schurz-Schule wollen ihre Studienfahrt auf einer fünftägigen Kreuzfahrt von Kiel über Oslo nach Kopenhagen verbringen. Darüber hatte der „Hessische Rundfunk“ (HR) zunächst berichtet. Studienleiter Michael Winn, der die Reise initiiert hat und die Schüler mit drei weiteren Lehrern begleiten will, verteidigt die Fahrt: „Ich habe kein schlechtes Gewissen“, sagt Winn.

          Der Studienleiter erklärt, die Schüler und Lehrer fühlten sich „instrumentalisiert“. Winn ist selbst Mitglied beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Natürlich ist eine Kreuzfahrt problematisch.“ Die Diskussion werde aber unter anderem mit Daten geführt, die „völlig falsch sind“. Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken reagierte mit Unverständnis auf Kritik an der Reise. Er bezeichnete die Debatte am Dienstag als eine „symbolische Attacke“ und „emotionale Reaktion“ auf ein aufgeladenes Thema. Die Kreuzfahrt koste demnach 390 Euro pro Person. Das Preisleistungsverhältnis sei „unschlagbar“, sagt Winn.

          Anderer Meinung sind Schüler, die der „HR“ zitiert, darunter eine Schülerin: „Es gibt tausend Alternativen, die man hätte machen können, aber die wurden überhaupt nicht bedacht.“

          Klaus Vajen, Professor für Elektrotechnik an der Universität Kassel, hatte den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid der Kreuzfahrt pro Kopf mit 1250 Kilogramm berechnet. Als Datengrundlage nannte er Publikationen der Klimaschutzorganisation Atmosfair. Zum Vergleich: Ein Deutscher verursacht im Durchschnitt laut Vajen etwa 11 Tonnen C02 im Jahr. Um Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad-Ziel zu begrenzen, dürften es nur 1,6 Tonnen sein. Studienleiter Winn widersprach der Darstellung von Vajen: Er komme bei eigenen Berechnungen auf rund 600 Kilogramm.

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