https://www.faz.net/-gzg-9f8ec

Mangel an bezahlbarem Wohnraum : In Hessens Städte passt keiner mehr rein

  • Aktualisiert am

Mangelerscheinung: In Hessen fehlt es immer mehr an bezahlbarem Wohnraum. Bild: dpa

Hessens Städte platzen aus allen Nähten. Eine Studie des Pestel-Instituts offenbart eine hohe Nachfrage an bezahlbarem Wohnraum. Doch auch auf dem Land wird es eng.

          In Hessen fehlen einer Hochrechnung zufolge so viele Wohnungen wie in keinem anderen großen Bundesland. „Hessen ist bei der Wohnraumversorgung Schlusslicht unter den Flächenländern in Deutschland“, stellte Matthias Günther vom Pestel-Institut am Montag bei der Präsentation der Analyse seines Hauses in Frankfurt fest.

          Ende 2017 fehlten demnach in Hessen gut 80.000 Wohnungen bzw. 12,8 je 1000 Einwohner - ausschließlich günstige bis mittelpreisige. Größer ist die Lücke der Studie zufolge nur in den Stadtstaaten Berlin (28,9 fehlende Wohnungen je 1000 Einwohner) und Hamburg (28,2). Im Bundesschnitt liegt das Wohnungsdefizit bei 8,8 je 1000 Einwohner.

          Es passt kaum noch jemand rein

          Vor allem im Ballungsraum Rhein-Main finden Haushalte mit relativ geringem Einkommen in Hessen kaum noch erschwinglichen Wohnraum. „In viele Städte passt schlicht und einfach keiner mehr rein“, sagte Günther. „Aber auch im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, Wohnungen zu finden.“

          Deutlich mehr Angebot als Nachfrage gibt es in Hessen der Studie zufolge nur im Werra-Meißner-Kreis. Einigermaßen entspannt ist der Wohnungsmarkt auch in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg und Odenwald. Am schwersten haben es Wohnungssuchende außer im Rhein-Main-Gebiet im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie in Kassel.

          Viele Menschen könnten es sich nicht mehr leisten, dort zu wohnen, wo sie arbeiten, sagte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph. Das sei auch eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort. „Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Sozialwohnungen gebaut werden“, bekräftigte Rudolph. „Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass die Sozialwohnungen, die wir haben, Sozialwohnungen bleiben.“ Bis 2035 müssten den Berechnungen der Pestel-Forscher zufolge 400.000 Wohnungen in Hessen entstehen, um den Bedarf zu decken.

          Weitere Themen

          Es kann nur einen geben

          Max Goldt in Frankfurt : Es kann nur einen geben

          Max Goldt schaut in Frankfurt vorbei und liest. Dieses Jahr sogar zweimal – der Autor bleibt seinem Publikum treu. Was dürfen Zuhörer der Lesung erwarten?

          „Der Mensch ist das stärkste Medium“

          Von Beruf Muse : „Der Mensch ist das stärkste Medium“

          In der griechischen Mythologie war eine Muse eine Schutzgöttin der Künste. Philomena Höltkemeier sagt, sie sei heute eben eine solche – und das für jeden. Doch was genau macht ihren Beruf aus? Ein Interview.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.