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Studie : Gefangene entwickeln sich im Jugend-Knast positiv

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Die Jugendhaftanstalt Rockenberg nahe Butzbach - hier mit einer Besuchergruppe aus Frankfurt, aufgenommen im Herbst 2007 Bild: Henning Bode

Im Jugendstrafrecht greift vor allem der Erziehungsgedanke. Offenbar mit Erfolg: Fast drei Viertel der ehemaligen jungen Gefangenen werden zwar rückfällig, haben sich gleichwohl positiv entwickelt, wie eine Studie besagt.

          Rund 70 Prozent der Straftäter im hessischen Jugendvollzug werden rückfällig, knapp 30 Prozent müssen abermals ins Gefängnis. Die Rückfälligen begehen einer Studie zufolge aber deutlich weniger schwere Straftaten.

          „Viele glauben, der Vollzug macht alles schlechter und ist die Schule des Verbrechens. Das ist widerlegt“, sagte der Tübinger Kriminologe Hans-Jürgen Kerner, am Dienstag bei der Vorstellung der Untersuchung in Frankfurt.

          250 Gefangene langfristig beobachtet

          „Die jugendlichen Gefangenen haben sich während der Haft überwiegend positiv entwickelt“, ergänzte Jost Stellmacher vom Fachbereich Psychologie der Universität Marburg. Die Schul-, Ausbildungs- und Anti-Gewalt-Angebote im Jugendknast sind nach Einschätzung von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) dabei die erfolgreichsten Bausteine. Das Ministerium ist Auftraggeber der Studie.

          Die Tübinger Wissenschaftler haben unter dem Aspekt der Rückfälligkeit drei Jahre lang die 250 männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden betrachtet, die 2009 aus dem Jugendvollzug entlassen wurden. Die Marburger Forscher befragten zudem 205 junge Männer am Anfang und Ende ihrer Haftzeit danach, wie hilfreich sie die Angebote im Gefängnis empfanden. Auch ihre Bezugspersonen im Knast wurden danach gefragt.

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