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Offenbach : Haushaltszahlen auf 27 Seiten

Neuer Überblick: Eine Broschüre fasst den Haushaltsplan der Stadt Offenbach zusammen. Erstellt wurde sie von einer Studentin. Bild: Rainer Wohlfahrt

Eine Studentin ermöglicht Offenbachern einen Einblick in ihren Haushaltsplan, ohne dass sie sich dabei durch 700 Seiten quälen müssen. Ihre Broschüre zeigt: Die roten Zahlen summieren sich.

          „Was macht die Stadt mit unserem Geld?“ Diese Frage mag sich schon mancher Bürger gestellt haben. Wer nicht den fast 700 Seiten umfassenden Haushaltsplan studieren möchte, kann einen Blick in die Broschüre „Haushalt Offenbach“ werfen. Sie wurde von Annika Gotta erarbeitet, die bei der Stadt ein duales Studium Allgemeine Verwaltung absolviert.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Auf 27 Seiten erläutert sie den Unterschied zwischen Ergebnishaushalt und Finanzhaushalt und die 16 Produktbereiche, in die sich der städtische Haushalt gliedert. Jeweils um die 25 Millionen Euro gab die Stadt seit 2014 jährlich im Ergebnishaushalt etwa für Sicherheit und Ordnung aus, worunter Feuerwehr, Stadtpolizei und Rettungsdienste, aber auch das Wahlamt fallen. Im Finanzhaushalt kamen dort jährlich Ausgaben in ähnlicher Höhe dazu. Weil die Erträge deutlich niedriger liegen, summieren sich die roten Zahlen für Sicherheit und Ordnung sowohl im Ergebnis- als auch im Finanzhaushalt jährlich auf einen Betrag zwischen 13 und mehr als 15 Millionen Euro.

          Broschüre soll Berührungsängste nehmen

          Auch für die Aufgaben als Schulträger und andere Produktbereiche wird ein negatives Ergebnis ausgewiesen. Der städtische Schuldenstand, der 2015 knapp unter einer Milliarde Euro lag, ist der Broschüre ebenfalls zu entnehmen.

          Im zweiten Semester bereitet sich die 19 Jahre alte Gotta an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Mühlheim auf den Abschluss „Bachelor of Arts“ vor. Während des dreijährigen dualen Studiums wechseln sich Theorie und Praxis alle drei Monate ab. Derzeit ist Gotta in der Kämmerei tätig. Eine ähnliche Broschüre von 1979 habe man beim Aufräumen gefunden, verriet der kommissarische stellvertretende Kämmereileiter Markus Riedl, der selbst als Dozent an der Mühlheimer Hochschule lehrt.

          Die Broschüre wurde von Gotta in die heutige Zeit übersetzt. Das so entstandene Produkt habe das Ziel, Berührungsängste zu nehmen, sagte der hauptamtliche Stadtrat Felix Schwenke (SPD), der auch Kämmerer ist. Nach Angaben von Ausbildungsleiter Manfred Keller sind derzeit bei der Stadt 19 Auszubildende beschäftigt. Jeweils etwa die Hälfte von ihnen strebt den Beruf des Verwaltungsfachangestellten an oder absolviert ein duales Studium für den gehobenen Dienst.

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