https://www.faz.net/-gzg-7k8hv

Strukturförderprojekt erweitert : Geld von der EU für die Wetterau

  • -Aktualisiert am

Wetterau-Perle: Auch Butzbach soll von der neue EU-Förderrunde profitieren Bild: Bischof

Der Wetteraukreis erhält wieder Fördermittel von der Europäischen Union. Ein bestehendes Strukturförderprojekt soll um sechs Kommunen erweitert werden.

          3 Min.

          Ein regionales Strukturförderprojekt, von dem bislang nur Städte und Gemeinden im östlichen Teil des Wetteraukreises profitiert haben, soll fortgeführt und um sechs Kommunen aus der nördlichen und der mittleren Wetterau erweitert werden. Das hat der Verein Oberhessen mitgeteilt, der seit fünf Jahren Träger des Projekts ist. Zum Jahresende endet die erste Förderperiode des sogenannten Leader-Programms der Europäischen Union (EU), mit dem in den vergangenen Jahren die strukturelle Entwicklung der Region Oberhessen finanziell unterstützt wurde.

          Vor der geplanten Bewerbung für die zweite Förderperiode, die im nächsten Jahr beginnt und 2020 endet, hat Landrat Joachim Arnold (SPD) nun einige Veränderungen angekündigt. Die Förderregion, der bislang die Kommunen des Altkreises Büdingen angehörten, soll vom nächsten Jahr an um die Kommunen Florstadt, Reichelsheim, Wölfersheim, Münzenberg, Rockenberg und Butzbach erweitert werden.

          Verein und Wirtschaftsförderer kooperieren

          Als Träger des Projekts wird künftig nicht mehr der Verein Oberhessen, sondern die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises fungieren. Die beiden für das Förderprojekt zuständigen Regionalmanager Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger sind daher schon zu Geschäftsführern der Wirtschaftsförderungsgesellschaft berufen worden. Nach den Worten Arnolds soll die Regionalentwicklung durch die organisatorische Neuausrichtung noch effektiver und wirksamer werden.

          Vorgesehen sei auch eine enge Kooperation des Vereins Oberhessen mit der Wirtschaftsförderung. Dem Verein gehören die elf Wetterau-Kommunen Altenstadt, Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg und Ranstadt, die Stadt Schotten im Vogelsbergkreis, der Wetteraukreis sowie Unternehmen, Einrichtungen und Privatpersonen aus der Region an. In Oberhessen leben etwa 91.000 Menschen auf einer Fläche von mehr als 600 Quadratkilometern.

          „Fortführung der erfolgreichen Entwicklungsarbeit“

          Die Ortenberger Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring (SPD), die Vorsitzende des Vereins Oberhessen ist, sagte, viele Akteure in der Region hätten schon an der Erarbeitung und Realisierung eines Entwicklungskonzepts mitgewirkt und an Regionalforen und Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen teilgenommen. Durch die organisatorische Neuausrichtung könne der Verein künftig seine Aktivitäten noch stärker als bisher auf die Projektarbeit konzentrieren. „Durch die Fortführung der erfolgreichen Entwicklungsarbeit haben wir die Chance, unsere Heimat selbst zu gestalten und gemeinsam weiter voranzubringen“, sagte Pfeiffer-Pantring.

          Der Verein Oberhessen hatte im Oktober 2007 ein Integriertes Entwicklungskonzept für die Region Oberhessen vorgestellt, die Anfang 2008 durch das Land Hessen als eine von 20 Regionen ausgewählt wurde, um eine mehrjährige finanzielle Förderung aus dem Leader-Förderprogramm der EU zu erhalten. Die Abkürzung „Leader“ steht für „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ und bedeutet so viel wie „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Intention des Programms ist es, ländliche Regionen auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Nach der geplanten Erweiterung werden künftig etwa 150 000 Personen in der Förderregion leben.

          Nach Angaben der beiden Regionalmanager Domes und Karger sind in den vergangenen Jahren schon 51 Projekte realisiert worden, um die dörfliche Infrastruktur, die Erlebbarkeit der Natur- und Kulturlandschaft zu fördern oder Betriebe bei der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Dafür seien Fördermittel von mehr als zwei Millionen Euro ausgegeben worden. Auf diese Weise seien Investitionen von etwa 3,8 Millionen Euro von öffentlichen oder privaten Akteuren ausgelöst worden, von denen viele ortsansässige Handwerker, Betriebe und Planungsbüros profitiert hätten.

          Zu den Projekten gehören etwa die Erarbeitung eines Masterplans für den Kurort Bad Salzhausen, eine Machbarkeitsstudie für ein Hofgut in Ranstadt sowie die Entwicklung Oberhessens zur Modellregion für Elektromobilität.

          Bis zum Februar müssen nun eine förmliche Bewerbung und die entsprechenden Erklärungen der beteiligten Kommunen vorliegen und beim Land eingereicht werden. Von März bis August 2014 soll während eines öffentlichen Beteiligungsprozesses ein regionales Entwicklungskonzept erstellt werden, so dass von Herbst nächsten Jahres an mit der Realisierung des Strukturprogramms begonnen werden könnte.

          Weitere Themen

          Engagierte Pionierin für die jüdische Kultur

          Rachel Salamander : Engagierte Pionierin für die jüdische Kultur

          Sie will neue Fäden spinnen: Die von Rachel Salamander gegründete Literaturhandlung zieht ins Museum ein. Frankfurt ist für die Literaturwissenschaftlerin kein Neuland – doch diesmal ist alles ganz anders.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.