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Streit um Windkraftausbau : Die Energiewende trifft ins romantische Herz

Streitbar: Bei Wald-Michelbach, aber auch andernorts im Odenwald, findet sich Bürger nicht mit der Landschaftszerstörung durch Windräder ab. Bild: Rainer Wohlfahrt

Der Windkraftausbau ruft immer wieder Wissenschaftler auf den Plan. Sie bemängeln fehlende Rücksicht auf die Meinung der Bürger. Ihr Protest hat nicht nur ökologische, sondern grundlegende kulturelle Wurzeln.

          7 Min.

          Vergangenes Jahr hat Darmstadt an die Vergabe des Titels „Wissenschaftsstadt“ vor zwei Jahrzehnten erinnert. Fast zur gleichen Zeit ist damals das „Darmstädter Manifest zur Windenergienutzung in Deutschland“ verabschiedet worden. Das Dokument trägt die Unterschrift von rund 100 Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen. Ihr Weckruf begann mit dem Satz: „Unser Land steht im Begriff, ein kostbares Gut zu verlieren.“ Der Ausbau der industriellen Windenergienutzung führe dazu, dass in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaften, ja ganze Regionen „industriell überformt“ würden.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          2016 folgte dieser Erklärung der Johannisberger Appell, abermals von 100 Wissenschaftlern unterzeichnet und mit der gleichen Botschaft. Das „Darmstädter Manifest“ habe die zu beklagenden Auswirkungen der Energiewende nur vorweggenommen. Seitdem habe sich die Situation verschärft, die Zahl der Windkraftanlagen habe sich von 6205 auf 21 000 mehr als verdreifacht.

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