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Straßenbahn in Wiesbaden : Zurück in die Zukunft

Vergangenheit: Die letzte Fahrt einer „Elektrischen“ in Wiesbaden im April 1955. Damals galt der Bus als wegweisendes öffentliches Verkehrsmittel. Bild: Eswe Verkehr

Das Experiment einer schienenfreien Großstadt scheint gescheitert. In Wiesbaden wollen die Gegner der Straßenbahn das aber nicht einsehen.

          5 Min.

          Ausgerechnet Biebrich. Im heute einwohnerstärksten Stadtteil der Landeshauptstadt hatte die Wiesbadener Straßenbahn einst ihr Depot und damit ihre Heimat. Hier war die Verbundenheit der Bürger mit der Tram besonders groß. Als sich die Linie 8 am Abend des 30. April 1955 in Bewegung setzte, um mit prominenten Fahrgästen ihre letzte Fahrt anzutreten, standen die Biebricher dicht gedrängt entlang der Gleise, um ihre „Elektrische“ für immer zu verabschieden.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Heute ist in Biebrich der Widerstand gegen die Rückkehr der Straßenbahn besonders heftig. Und wer die Biebricher Allee in Richtung Innenstadt fährt, erhält am Fahrbahnrand einen lebhaften Eindruck von einem Streit, der Wiesbaden tief spaltet. Die bisweilen geschmacklosen Plakate an und neben den Bäumen zeugen von einer emotional aufgeladenen Polarisierung, die sich ungehemmt vor allem in sozialen Netzwerken entlädt. Dabei geht es eigentlich nur um die Frage, wie eine prosperierende Großstadt, die allen Prognosen zufolge an Wohngebieten und Bürgern weiter wachsen will und wird, ihren Verkehr künftig stadt- und umweltverträglich organisieren könnte.

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