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Streit um Partikeltherapie : Rhön AG will Geld vom Land

Im Ringen um die Zukunft der Partikeltherapieanlage am Uni-Klinikum Marburg deutet sich eine einvernehmliche Lösung an.

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          Im Ringen um die Zukunft der Partikeltherapieanlage am Uni-Klinikum Marburg deutet sich eine einvernehmliche Lösung an. Er schätze die Wahrscheinlichkeit einer Übereinkunft mit dem Land Hessen auf 98 Prozent, sagte der neue Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, Martin Seibert, gestern vor Journalisten. Seibert reagierte auf Angaben von Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch im Landtag. Sie hatte dort über die seit Monaten laufenden Gespräche mit Rhön berichtet und gesagt, diese Verhandlungen sollten „binnen weniger Tage“ zu einem Ergebnis kommen. Die börsennotierte Rhön AG hält seit sieben Jahren 95 Prozent am Uni-Klinikum Gießen und Marburg, die restlichen Anteile liegen beim Land.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Marburger Klinikum hätte die Partikeltherapieanlage bis spätestens 31. Dezember 2012 in Betrieb nehmen sollen, hat die Frist aber verstreichen lassen. Nach wie vor werden dort, anders als vom Land gefordert, keine Krebspatienten behandelt. Die Anlage befindet sich seit Sommer 2011 nicht mehr im Besitz der Rhön AG. Vielmehr hat der Klinikumsbetreiber das rund 120 Millionen Euro teure Projekt an Siemens Health Care übertragen und im Gegenzug 86 Millionen Euro als Ausgleich kassiert. Der Medizintechnikhersteller nutzt den von ihm gebauten Teilchenbeschleuniger, das Herzstück der Anlage, seitdem für die technische Forschung. Patienten darf Siemens Health Care selbst nicht behandeln. Der Grund für die Rückübertragung: Die Partikeltherapieanlage arbeitet, vereinfacht gesagt, langsamer, als es für einen wirtschaftlichen Betrieb nötig wäre.

          Der Rhön-Chef ließ durchblicken, dass das Land die Wirtschaftlichkeitslücke schließen müsse. Wenn es das Frankfurter Uni-Klinikum finanziell stütze, könne es auch das mittelhessische Uni-Klinikum bezuschussen.

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