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Streit mit Lego : Der Missbrauch von Noppen ist zu stoppen

Abgemahnt: Spielzeughändler Thomas Panke darf das Logo des Konzerns nicht mehr benutzen. Bild: privat

Lego geht gegen den Helden der Steine vor. Ein Frankfurter Händler mit Youtube-Kanal darf sein Logo nicht mehr nutzen, da es zu einer Verwechslungsgefahr mit dem Unternehmen kommen könnte. Wird er weiter die Spielzeuge testen?

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          Auf seinem Video-Kanal „Held der Steine“ hat Thomas Panke am vergangenen Sonntag zur Mittagsstunde – gut gelaunt plaudernd wie immer – etwas klar gestellt: „Ich bin nicht Lego. Ich rede nur darüber.“

          Petra Kirchhoff
          (hoff.), Rhein-Main-Zeitung

          In dem Video-Clip, der inzwischen nahezu eine halbe Million Mal angeklickt wurde, zitiert der Frankfurter Lego-Händler auch ein Anwaltsschreiben im Auftrag von Lego. Der Stein des Anstoßes ist blau und hat Noppen. Panke hatte ihn bisher stets als Logo für seine Filmchen verwendet. Der Stein führe zu einer Verwechslungsgefahr zwischen ihm, Panke, und dem Konzern. „Das Vertrauen der Lego-Kunden“ könnte „nachhaltig geschädigt werden“, zitierte der Geschäftsmann aus dem Schreiben. Er sei aufgefordert worden, das Symbol innerhalb von einer Woche zu löschen. Das habe er getan.

          Freigeist und Redefreiheit

          Es ist bekannt, dass der Händler nicht nur gut über Lego spricht. Die 170.000 Abonnenten des Kanals wissen und schätzen das, wie den Kommentaren zu entnehmen ist. Der Lego-Händler kann schonungslos sein, wenn er in seinen Video-Clips Modelle auseinander nimmt, und er scheut auch nicht davor zurück, den Managern bei Lego via Video „Planlosigkeit“ vorzuwerfen. Es klingt ein bisschen nach Abrechnung, wenn Panke in seinem aktuellen Clip auf Distanz zum Bauklötzchenfabrikanten geht. Er habe „definitiv“ andere Wertvorstellungen als Lego und versuche nicht, seinen Kunden „maximal viel Geld für immer schlechter werdende Produkte abzunehmen“, lässt er seine Fan-Gemeinde wissen. Seitdem wird im Internet darüber diskutiert.

          Als unabhängiger Händler, der sich nie Gratis-Test-Sets zuschicken ließ, wie Panke sagt, nimmt er sich das Recht der freien Rede. Überhaupt ist er ein Freigeist. Vor sechs Jahren, mit 33, hat der gebürtige Frankfurter seinen „nicht sonderlich spannenden Job“ als Consultant in der IT-Branche quittiert, um nach eigenen Worten etwas Besseres, „etwas Schönes“ zu machen. An der Gutzkowstraße in Sachsenhausen eröffnete er einen Laden für Legosteine und erarbeitete sich auch wegen seiner Sammlerstücke schnell eine treue Fangemeinde in der Nachbarschaft.

          Richtig bekannt wurde der Legohändler aber erst, als er später anfing, regelmäßig Videos zu posten, in denen er Modelle zusammenbaut und bespricht. 35 Millionen Klicks verzeichnet sein Youtube-Kanal. Kunden reisen auch aus Dänemark, Österreich und der Schweiz an. „Jeder, der meine Videos versteht, kommt zu mir“, sagt Panke. Verschickt wird nichts. Auch einen Online-Shop gibt es nicht. „Das können andere besser.“

          Laut Lego seien Rückmeldungen wertvoll

          Als gezielten Einschüchterungsversuch des dänischen Konzerns versteht der Händler das Anwaltsschreiben im Übrigen nicht. Vermutlich sei die Anwaltskanzlei aufgefordert worden, alle Markenverstöße aufzuspüren. „Ich glaube nicht, dass sich jemand meine Videos angeschaut hat.“

          Gegenüber der Deutschen Presseagentur ließ Lego gestern wissen, das Unternehmen schätze die Meinung und das Feedback der Fans. „Wir sprechen uns klar für eine freie Meinungsäußerung aus und respektieren daher selbstverständlich auch kritische Stimmen.“ Rückmeldungen zu Produkten seien „wertvoll“.

          Panke jedenfalls hat seine direkten Geschäftsbeziehungen zu Lego beendet und kündigt an, nur noch solche Produkte zu verkaufen, von denen er überzeugt sei. Künftig will er die Artikel kleinerer Lego-Rivalen vorstellen wie Xingbao aus China und Cobi aus Polen. Neues Logo ist ein Erdmännchen mit wehendem Mantel.

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