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Streetworkerin in Hanau : Einsatz für Roma-Kinder

Streetworkerin: Seit Mitte 2012 kümmert sich Lucia Bleibel um Roma in Hanau Bild: Rainer Wohlfahrt

Seit Mitte 2012 kümmert sich Lucia Bleibel um Roma in Hanau. Die Menschen befänden sich meist in existentiellen Notlagen und seien oft gereizt, sagt sie. Doch sie hat schon schöne Erfolge vorzuweisen.

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          Für ihre Aufgabe braucht Lucia Bleibel Fingerspitzengefühl und Durchsetzungskraft. Seit Mitte vergangenen Jahres engagiert sich die 33 Jahre alte Gesellschaftswissenschaftlerin für die Integration osteuropäischer Zuwanderer in den Wohnblocks an der Hanauer Daimlerstraße. Wegen der Zustände dort hat die Gegend einen schlechten Ruf in der Stadt. Im Auftrag ihres Arbeitgebers Internationaler Bund und der Stadt Hanau besucht sie die überwiegend der Volksgruppe der Roma angehörenden Familien.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Heute wird sie dort meist mit offenen Armen empfangen, am Anfang galt es aber beträchtliche Widerstände zu überwinden und Vertrauen aufzubauen. Dabei kam der alleinerziehenden Mutter zweier kleiner Söhne die Gewohnheit der Roma zugute, einen Großteil des Gemeinschaftslebens im Freien, vor der Wohnung oder auf dem Hof, zu verbringen. So konnte sich die junge Frau allmählich mit den Menschen bekanntmachen, ohne an deren Wohnungstür klingeln zu müssen.

          Uneigennützige Unterstützung

          Doch das allein hätte nicht gereicht, um Vertrauen zu den Zuwanderern aufzubauen. Entscheidend waren Bleibels Sprachkenntnisse. Aufgewachsen in der Slowakei, ging sie auf eine Schule, die auch Roma-Kinder besuchten. So lernte sie Romanes und brachte sich später noch selbst Kenntnisse des Rumänischen bei. Dass sie ihre Sprache spreche, imponiere den Menschen, die anfangs nicht an die uneigennützige Unterstützung einer Streetworkerin hätten glauben wollen. Mittlerweile aber verstünden viele, dass sie, wenn sie sich an die Regeln hierzulande hielten, auch auf Hilfe setzen könnten. Dazu gehöre beispielsweise, die Kinder in die Schule zu schicken oder sie zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung zu bringen.

          Etliche Zuwanderer seien auch dazu bereit, praktische Hilfestellungen, die sie selbst erfahren hätten, an Landsleute weiterzugeben. So sei allmählich ein kleines, aktives Unterstützungsnetz entstanden. Gut besucht werde zudem die Beratungsstelle des Internationalen Bunds in der Innenstadt, wo auch Sprachkurse angeboten werden.

          Straße nicht mehr so vermüllt

          Doch die Betreuung der Bewohner der Daimlerstraße ist nach wie vor eine schwierige Angelegenheit. Die Menschen befänden sich meist in existentiellen Notlagen und seien oft gereizt, sagt Bleibel. Das Konfliktpotential sei groß. Deshalb brauche sie die Unterstützung ihrer Kollegen bei der Stadt und beim Internationen Bund, die ihre Sorgen und Nöte bereitwillig teilten. Auch die ersten Erfolge machen Lucia Bleibel Mut.

          Die Straße sei nicht mehr so vermüllt, die Nachbarn beschwerten sich weniger. Alle gemeldeten Kinder besuchten die Schule, und auch die Kriminalitätsrate noch strafunmündiger Kinder und Jugendlicher habe abgenommen.

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