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Streckensanierung : Es tut sich etwas bei der Bahn

45 Minuten längere Fahrt: Die Strecke zwischen Göttingen und Hannover wird saniert (Archivbild). Bild: dpa

Die ICE-Strecke nach Hannover ist wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Reisende müssen mit zahlreichen Verspätungen rechnen. Doch genau dadurch zeigt sich erst, wie wichtig sie ist.

          Die schlechte Nachricht lautet: Von heute an dauert die Fahrt mit dem Schnellzug von Frankfurt nach Hamburg, Hannover und Berlin bis zu 45 Minuten länger. Die gute Nachricht aber ist die: Das liegt einmal nicht daran, dass die Deutsche Bahn ihre Abläufe nicht im Griff hat. Vielmehr wird die Schnellfahrstrecke zwischen Göttingen und Hannover von Grund auf saniert. Die ICE müssen deshalb andere Wege nehmen, die eben länger dauern.

          Das geht jetzt erst einmal sechs Wochen so, aber es wird sich wiederholen. 2021 und 2023 sind weitere Abschnitte zwischen Göttingen und Fulda an der Reihe, und auch die Schnellfahrstrecke von Mannheim nach Stuttgart wird 2020 saniert, was die Fahrt von Frankfurt in den Süden zeitweise verlängern wird.

          Auch wenn die Fahrgäste darunter leiden – solche Bauarbeiten sind unvermeidbar und zeigen, dass sich etwas tut im Eisenbahnverkehr. Es scheint, dass ein jahrelanger Stillstand sein Ende hat. So sind auch die Bauarbeiten für die S-Bahn-Linie 6 zwischen Frankfurt und Bad Vilbel in vollem Gange, und mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird in Frankfurt die S-Bahn-Station Gateway Gardens eröffnet. Auch in diesem Fall müssen die Fahrgäste vorübergehend Unannehmlichkeiten auf sich nehmen, wenn die Gleise, die zu diesem Bahnhof hinführen, an die vorhandene Strecke angeschlossen werden.

          Der neue Schwung bei der Eisenbahn kommt zur rechten Zeit. Wenn der Verkehr umweltfreundlicher organisiert werden soll, bedarf es dazu auch entsprechender Angebote. Dabei werden nicht lustige Seilbahnen auf peripheren Trassen helfen, wie mancher in der Region meint. Notwendig ist vielmehr die Ertüchtigung der vorhandenen Verkehrsmittel, derjenigen auf Schienen vorneweg.

          Die Schnellfahrstrecken sind dabei ein wichtiger Baustein. Sie leisten einen echten Beitrag zum Umweltschutz, wie gerade erst offenbar wurde, als Eurowings wissen ließ, dass man die Flüge zwischen Nürnberg und Berlin einstellen werde, weil die Kundschaft zunehmend mit ICE-Zügen auf der 2017 eröffneten Trasse in die Hauptstadt reise.

          Umso wichtiger, dass die Planung für die Verbindungen von Frankfurt nach Fulda und Mannheim vorangetrieben werden und ebenso die Idee eines ICE-Tunnels unter Frankfurt verwirklicht wird. Auch diese Verbindungen werden eines Tages nicht mehr wegzudenken sein, so wie die Fahrgäste von heute an die ICE-Strecke nach Hannover sehr vermissen werden.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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