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Straßennamen in der Diskussion : Ehrenwerter Hindenburg

  • -Aktualisiert am

Heiß diskutiert: Sollen Straßen, die nach umstrittenen Persönlichkeiten benannt sind, neue Namen tragen? Bild: Michael Kretzer

Sollten Straßen umbenannt werden, weil die Namensgeber Feinde der Demokratie, Militaristen oder gar Nationalsozialisten waren? Eine Debatte, die es wert ist, geführt zu werden.

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          Die Wilhelmstraße in Wiesbaden ist eine der besten Adressen in der Landeshauptstadt, ein repräsentativer Boulevard mit noblen Geschäften, dem Luxushotel Nassauer Hof, dem Hessischen Staatstheater und dem Kurhaus am nördlichen Ende. Der ein oder andere stellt sich angesichts der entlang der Chaussee stehenden Prunkbauten möglicherweise die Frage, nach welchem Kaiser des Deutschen Reichs – Wilhelm I. oder Wilhelm II. – die Straße wohl benannt sein mag. Zumal ein Kaiser-Friedrich-Platz, mit einem Denkmal des zwischen den beiden Wilhelms regierenden Kaisers Friedrich III., direkt angrenzt.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Wahrheit ist die Anfang des neunzehnten Jahrhunderts angelegte Wiesbadener Prachtstraße allerdings nach Wilhelm I. von Nassau-Weilburg benannt, der von 1816 bis 1839 das Herzogtum Nassau regierte. Über den herzöglichen Wilhelm lässt sich, anders als über seine beiden kaiserlichen Namensvetter, nur wenig Böses sagen. Im Gedächtnis bleibt der Kleinstaat-Regent vor allem dadurch, dass er seine Residenz Wiesbaden zu einem repräsentativen Regierungssitz ausbaute.

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