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Straftaten in Südhessen : Darmstadt sicher, Odenwald sicherer

Unter dem Durchschnitt: Die Straftaten in Südhessen im Vergleich zu ganz Hessen Bild: F.A.Z.

Die weitaus meisten Straftaten, das zeigt die Statistik, werden von jungen Männern begangen. Das gilt für Einheimische wie für Flüchtlinge.

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          Südhessen ist eine sichere Gegend und Darmstadt eine sichere Stadt – diesen Schluss zieht der Polizeipräsident für Südhessen, Bernhard Lammel, aus der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr. In Südhessen geschähen nur gut zwei Drittel so viele Straftaten wie in ganz Hessen im Durchschnitt. Zu Südhessen, dem Zuständigkeitsgebiet des Darmstädter Präsidiums, gehören Darmstadt und die Kreise Darmstadt-Dieburg, Odenwald, Bergstraße und Groß-Gerau, dort leben mehr als eine Million Menschen. Für diesen Bezirk habe die Polizei für das vergangene Jahr 4242 Fälle pro 10.000 Einwohner registriert, der Landesschnitt liege bei 6046 Fällen.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei sei der Odenwald das Gebiet mit den wenigsten Fällen, 2850 pro 10.000 Einwohner. Diese „Häufigkeitszahl“ liegt dem Polizeipräsidenten zufolge für Darmstadt bei 7699. Damit sei die Stadt die sicherste unter den kreisfreien Städten in Hessen. Tatsächlich sei die Lage in Darmstadt noch günstiger als die Häufigkeitszahl vermuten lasse. Denn für diese Quote würden nur die Einwohner gerechnet. In Wirklichkeit hielten sich tagsüber noch mehr als 100.000 weitere Personen in der Stadt auf, 6.7000 Pendler und 44.000 Studenten, und auch diese könnten in der Stadt Opfer von Straftaten werden oder sich kriminell betätigen.

          Rückläufige Zahl von Einbrüchen

          Lammel zeigte sich erleichtert darüber, dass im vergangenen Jahr weniger Einbrüche in Wohnungen begangen worden seien. Es seien auch weniger Autos gestohlen worden, gleichzeitig habe sich bei diesem Delikt die Aufklärungsquote verbessert. Die Autodiebe seien oft gut organisierte Banden aus dem Ausland, die überregional aktiv seien. Sie hätten es auf hochwertige Fahrzeuge abgesehen, die sie meist in den frühen Morgenstunden in Wohngebieten nahe Bundesstraßen oder Autobahnen entwendeten. Bei 165 Fällen im vergangenen Jahr sei ein Schaden von 4,6 Millionen Euro angerichtet worden. Die Fahrzeuge werden dem Polizeichef zufolge nach Osteuropa gebracht oder in Einzelteile zerlegt, die im Internet zum Verkauf angeboten würden.

          Im Anstieg: Immer mehr Delikte in Südhessen können aufgeklärt werden.
          Im Anstieg: Immer mehr Delikte in Südhessen können aufgeklärt werden. : Bild: F.A.Z.

          Die weitaus meisten Straftaten, fast vier von fünf, werden den Daten der Polizei zufolge von Männern begangen, vor allem von jungen. So ist jeder fünfte Tatverdächtige im Alter bis 21 Jahre, fast jeder zweite im Alter zwischen 21 und 40. Wie der Polizeipräsident berichtete, werden auffällig viele Straftaten von Flüchtlinge begangen, besonders Gewalt- und Sexualdelikten. Flüchtlinge stellten mit 15.500 Personen einen Anteil von rund eineinhalb Prozent an den Einwohnern Südhessen, aber ihr Anteil an allen ermittelten Tatverdächtigen liege bei fast sieben Prozent.

          Noch deutlicher falle der Anteil von Flüchtlingen bei Sexualdelikten, Raub und Ladendiebstählen auf: Bei rund jedem zehnten dieser Fälle sei ein Flüchtling beteiligt, bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung sogar bei jedem siebten Fall. Dabei verwies Lammel darauf, dass Kriminelle innerhalb der Gruppe der Schutzsuchenden eine Minderheit bildeten. Familien begingen keine Verstöße. Als Täter fielen vielmehr einzelne junge Männer auf, die alleine nach Deutschland eingereist seien, oft als Minderjährige.

          Dabei erlaubt die Statistik allerdings keinen direkten Vergleich des Anteils von Straftätern unter Flüchtlingen und Einheimischen. Denn unter den Flüchtlingen gibt es relativ gesehene mehr junge Männer, die generell mehr Taten begehen, als in der Gesamtbevölkerung, so dass unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen verglichen werden. Dennoch hält Lammel die hohe Zahl der Verstöße von Asylsuchenden für „auffällig“ und „inakzeptabel“. Besonders besorgniserregend sei, dass von ihnen im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr ein Fünftel mehr Vergewaltigungen und ein Viertel mehr Raubüberfälle begangen worden seien.

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