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Störanfällige Technik : Ärger mit schnellem Internet

  • Aktualisiert am

Wenn da mal nichts wackelt: Datenkabel. Bild: dpa

Das schnelle Internet via Funk ist seit einigen Wochen in der Region Alzenau extrem störanfällig. Immer wenn die Temperaturen über die 30 Grad-Marke klettern, macht die LTE- Systemtechnik schlapp.

          Das schnelle Internet via Funk ist seit einigen Wochen in der Region Alzenau extrem störanfällig. Immer wenn die Temperaturen über die 30 Grad-Marke klettern, macht die LTE- Systemtechnik schlapp, mit gravierenden Folgen für die Telekom-Kunden, die die Nachfolgetechnologie von UMTS nutzen. Der Datenfunk LTE soll schnelles Internet per Mobilfunk in Regionen bringen, die mangels DSL bisher ohne Breitbandzugang auskommen müssen.

          In der zweiten Junihälfte, während der ersten Hitzewelle des Sommers, mussten Telekom-Kunden gleich für mehrere Tage aufs Senden und Empfangen von Daten verzichten. Wie das Main Echo berichtete, kam es zu der LTE- Störung, weil die Klimatechnik im Betriebsgebäude ausgefallen war. Wie viele Kunden im Raum Alzenau betroffen waren, vermochte die Telekom-Sprecherin damals nicht zu sagen. Da es sich um Mobilfunk handele, sei eine solche Angabe nicht möglich. Die Funkzelle auf dem Hahnenkamm versorge Telekom-Kunden in einem Umkreis von etwa 17 Kilometern.

          Es gebe keine Probleme mit der Klimatechnik

          Vor rund einer Woche war es dann wieder soweit: Es wurde wieder sehr heiß, das mobile Internet der Telekom war abermals gestört. Erst ein paar kräftige Gewitter machten nach etwa vier Tagen dem Ärger ein Ende. Kaum war es wieder etwas kühler, mit Temperaturen um die 24 Grad, funktionierte die LTE- Verbindung wieder. Doch diesmal wurde von der Pressestelle nach mehrtägiger Recherche gegenüber dieser Zeitung ein Zusammenhang zwischen extremen Temperaturen und LTE- Störung ausgeschlossen.

          Es sei am 23. Juli eine Netzstörung in Alzenau aufgetreten, die sich durch Verbindungsprobleme und schwankende Versorgung bemerkbar gemacht habe, heißt es in einer Stellungnahme eines Telekom-Sprechers. Als Grund nennt er „Softwareprobleme innerhalb einer LTE- Anlage in Alzenau“. Der Versorgungsradius betrage etwa fünf Kilometer; zur Anzahl der betroffenen Anschlüsse könnten keine Angaben gemacht werden. Um die Kunden wieder ans Netz zu bringen, sei die LTE Systemtechnik „zeitnah“ herunter- und wieder hochgefahren worden. „Die Verbindungsprobleme waren anschließend beseitigt. Ausgeschlossen werden können Probleme mit der Klimatechnik“, so der Telekom-Sprecher.

          Telekom wirbt weiter um Kunden in der Region

          Wenn auch die Telekom Probleme mit der Klimatechnik ausschließt, war offensichtlich auch bei dieser Störung wieder ein Wetterumschwung mit Blitz, Donner und Temperatursturz nötig, um wenigstens für einige Tage das Verbindungsproblem zu lösen. Am vergangenen Donnerstag baute sich die dritte Hitzewelle auf und am Freitagabend kam es nach einem heißen Tag wieder zu Netzstörungen. Wie von Mitarbeitern der Telekom Service-Hotline zu erfahren war, soll es in den vergangenen Tagen zahlreiche Störmeldungen aus der Region Alzenau gegeben haben. Techniker seien vor Ort, um die Probleme mit der Funkzelle auf dem Hahnenkamm in den Griff zu bekommen.

          Trotz der massiven Probleme mit dem mobilen Internet wirbt die Telekom bei ihren Kunden in der Region Alzenau weiterhin für den Wechsel zur Funktechnologie. Mitarbeiter der Service-Hotline empfehlen dagegen genervten LTE- Nutzern den Wechsel zurück zum LTE-Vorgänger UMTS, wenn dieser auch etwas langsamer sei.

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