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Stiftung Warentest : Kritik an Beratung in Apotheken

„Gut“: Inhaberin Barbara Manzano Vela (links) in der Pluspunkt-Apotheke im Isenburg-Zentrum Bild: Fricke, Helmut

Die Stiftung Warentest hat sieben Apotheken in Frankfurt und Neu-Isenburg geprüft. Nur eine davon erhielt die Beurteilung „gut“. Versandapotheken schnitten im Test etwas besser ab.

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          Die Beratungsqualität von Apotheken lässt auch im Rhein-Main-Gebiet zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest, die Freitag veröffentlicht worden ist. Die Tester hatten 21 Apotheken in den Ballungsräumen Hannover, Dresden und Frankfurt untersucht. Sie hatten dazu verschiedene Rezepte eingereicht und zudem rezeptfreie Arzneimittel gekauft. Dabei hatten sie Service und Beratungsqualität überprüft.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Unter den 21 geprüften Betrieben waren fünf aus Frankfurt und zwei aus Neu-Isenburg. Nur eine dieser sieben Apotheken erhielt von der Stiftung die Note „gut“, und zwar die Pluspunkt-Apotheke in Neu-Isenburg. Lediglich mit „ausreichend“ wurden hingegen die Schweizer-Apotheke in Frankfurt und die Goethe-Apotheke in Neu-Isenburg bewertet. Die anderen vier getesteten Betriebe schnitten mit der Note „befriedigend“ ab, das waren die Walter-Kolb-, die Hermes-, die Struwwelpeter- und die Süd-Apotheke in Frankfurt.

          Apotheken erkannten Wechselwirkungen nicht

          Im Mai-Heft der Zeitschrift „Test“ heißt es, alles in allem sei die Beratung eher schlecht als recht. Von den 21 in Deutschland getesteten Apotheken hätten nur vier ihre Aufgaben gut erledigt. Es hapere nicht am Service, sondern an der Beratung. Alle Apotheken seien durch vermeintliche Patienten vor dieselben Probleme gestellt worden. So hätten sie Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten erkennen müssen und dass eine Arznei in einer zu hohen Dosierung verschrieben worden sei.

          Eine Testkäuferin gab zum Beispiel an, dass ihr Mann sieben Medikamente nehme, und bat um Aufklärung, ob dies gesundheitlich bedenklich sei. Lediglich vier der 21 Apotheken erkannten alle Wechselwirkungen. In einem anderen Fall hatte ein Arzt eine Lösung zur Wundbehandlung verschrieben, doch erkannten die Mitarbeiter in vier der 21 Apotheken nicht, dass die Konzentration viel zu hoch war.

          Versandapotheken schnitten etwas besser ab

          Die gleichen Aufgaben stellte die Stiftung Warentest 17 Versandapotheken. Sie schnitten etwas besser ab, Testsieger war die Deutsche Internet-Apotheke. Allerdings gab es bei diesen Betrieben anders als bei den stationären Apotheken auch einmal die Note „mangelhaft“ (Zurrose.de). Alles in allem gaben sich die Online-Versender beispielsweise bei der Prüfung der Wechselwirkungen mehr Mühe, wie es in dem Heft heißt. Ergänzend verglichen die Tester auch die Preise von drei rezeptfreien Medikamenten; danach sind Versender je nach Arznei sieben bis 13 Prozent billiger als Apotheken am Ort.

          Der Hessische Apothekerverband äußerte gestern, der Test sei wegen der geringen Zahl untersuchter Betriebe nicht repräsentativ, die von der Stiftung gewählten Beispiele für Wechselwirkungen seien konstruiert. Andererseits gebe es natürlich immer etwas zu verbessern. Patienten sollten sich eine Apotheke mit guter Beratung suchen und gegebenenfalls in einer weiteren eine Zweitmeinung einholen.

          Ingrid Greß, Inhaberin der Goethe-Apotheke in Neu-Isenburg, sagte, sie könne sich das schlechte Abschneiden nicht erklären, sie lege Wert auf gute Beratung und habe gerade deshalb viele Stammkunden. Hingegen war bei Barbara Manzano Vela, der Inhaberin der Pluspunkt-Apotheke in Neu-Isenburg, die Freude groß. Beratung sei wichtig, sagte auch sie, und: „Ich habe Glück mit meinem Team.“

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