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Stickoxide in der Stadt : Mit dem Fahrrad durch die Giftwolke

Mit dem Rad durch den Stadtverkehr zu kurven ist für die Lunge alles andere als gesund. Bild: Stefanie Silber

Die Lunge des Menschen „hält wahnsinnig viel aus“, sagt Lungenfacharzt Kai-Michael Beeh. Trotzdem sieht der Spezialist das Organ im Alltag an seine Grenzen kommen – und fordert tiefgreifende Konsequenzen.

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          Wenn Kai-Michael Beeh über die menschliche Lunge redet, dann hört es sich eher an, als schwärmte er von einer Box-Legende. Vom Rocky Balboa der Organe. „Die Lunge hält wahnsinnig viel aus“, sagt er. Sie werde unterschätzt, sei leidensfähig und kämpferisch. Aber wer viel einsteckt, der muss auch mal durchatmen. Und das scheint in Großstädten, in denen die Luft stark verschmutzt ist, immer seltener möglich. Der Wiesbadener Internist hat ein Buch über die Lunge geschrieben, um „aufzuklären“, wie er sagt. „Erst wer versteht, wie wunderbar dieses Organ ist, der wird seine Gesundheit nicht mehr leichtfertig wegschmeißen.“

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Mit dem Buch „Die atemberaubende Welt der Lunge. Warum unser größtes Organ Obst mag, wir bei Konzerten husten müssen und jeder Atemzug einzigartig ist“ hat Beeh ein gutes Timing bewiesen. Selten zuvor haben sich die Menschen so sehr für das interessiert, was sie automatisch mehr als 17.000 Mal am Tag tun: für das Atmen. Seit das Buch erschienen ist, steht das Telefon des Internisten nicht mehr still. Die Meinung des Lungenfacharztes zum Thema „Stickoxidgrenzwert“ ist gefragt. 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert sollen nicht überschritten werden, so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Ein Grenzwert, der immer wieder kritisiert wird. „Zu streng“, sagt manch ein Dieselfahrer. Denn Werte von bis zu 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden schon im indischen Neu-Delhi gemessen. Sind die Europäer also ein bisschen überempfindlich?

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