https://www.faz.net/-gzg-8n9l3

Sternschnuppenmarkt Wiesbaden : Kritik an hohen Gebühren

Auf Sparflamme: Weil die Gema viel Geld verlangt, wird das Musikprogramm in Wiesbaden beschnitten. Bild: Patricia Kühfuss

Weil die Gema zu viel Geld verlange, spielt auf dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt nur noch an den Wochenenden Musik. Mit dem Problem der zu hohen Kosten ist die Stadt nicht allein.

          2 Min.

          „Einem Schulchor zahlen wir für seinen Auftritt 600 Euro. Anschließend verlangt die Gema noch einmal Gebühren in Höhe von 800 Euro.“ Scharfe Kritik an der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte übte der Wiesbadener Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU) am Donnerstag in der Pressekonferenz zum traditionellen Sternschnuppenmarkt. „Die Summen sind eigentlich nicht mehr bezahlbar“, klagte Bendel. Beim letzten Mal seien rund 50 000 Euro in Rechnung gestellt worden. Nur mit Mühe habe die kommunale Marketinggesellschaft einen Nachlass aushandeln können.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Ein Brief, in dem er sich gemeinsam mit Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) an die Gema gewandt habe, sei negativ beantwortet worden, berichtete der Dezernent.

          Neue Beleuchtung

          Die Verwertungsgesellschaft nimmt in staatlichem Auftrag die Rechte der Komponisten, Textdichter, und Musikverleger wahr. Bendel kündigte an, dass man die musikalischen Darbietungen angesichts der hohen Gebühren in diesem Jahr auf die Wochenenden beschränken werde. Weil die Weihnachtsmärkte aller Kommunen mit dem Thema zu kämpfen hätten, sei Wiesbaden im Wettbewerb trotzdem „gut aufgestellt“. Dafür sollen beispielsweise die Engel sorgen, die am 22. November um 18 Uhr vom Himmel herabschweben und vor dem Rathaus von Gerich und Bendel in Empfang genommen werden.

          Zur Eröffnungsfeier sind aus Sicherheitsgründen für das Areal vor der Rathaustreppe nicht mehr als 5000 Zuschauer zugelassen. Vier große, mit der Wiesbadener Lilie verzierte Tore umschließen das Gelände zwischen Altem Rathaus, Landtag, neuem Rathaus und Marktkirche. Als Blickfang dient der 29 Meter hohe Weihnachtsbaum, der in diesem Jahr noch mehr strahlt als in der Vergangenheit. Weil die Fassungen der 3000 LED-Lämpchen zum Teil ein Opfer der nassen Witterung geworden sind, ist eine neue Beleuchtung angeschafft worden, die aus 30 000 LED-Birnen besteht.

          Produkte aus der Region

          An 110 Ständen wird künstlerisches Handwerk angeboten. Hinzu kommen 21 Gastronomen, unter denen sich vor allem die Rheingauer Winzer großer Beliebtheit erfreuen. Sie schenken roten und weißen Glühwein aus. Die Tasse, die man dazu erwerben kann, trägt in diesem Jahr das Motiv des Jagdschlosses auf der Platte. Sie ist inzwischen nicht mehr nur zum Trinken da, sondern gleichzeitig ein beliebtes Sammelobjekt.

          Als eine Art Außenstelle des Weihnachtsmarktes dient auch in diesem Jahr die „Eiszeit“ am Warmen Damm. Dort ist vom 16. November bis 8. Januar täglich von 11 bis 22 Uhr eine Eisbahn für jedermann geöffnet. Einen grandiosen Blick auf die gesamte Lichterpracht bietet das 45 Meter hohe Riesenrad auf dem Mauritiusplatz. Darunter steht eine hessische „Winterstubb“ mit Produkten aus der Region. Hier gibt es bis zum 8. Januar Glühwein. Der große Sternschnuppenmarkt hingegen schließt am 23. Dezember. Die Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 10.30 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag von 10.30 bis 21.30 Uhr, Sonntag von 12 bis 21 Uhr.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Apple Airpods Max im Test : Audio Max

          Wenn Apple etwas Neues anpackt, soll es gleich perfekt sein. Das gilt auch für die Airpods Max. Hat es Apple wieder geschafft?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.