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Vom Koch zum Kämpfer : „Wir müssen die Tiere ehren, die wir essen“

„Wir müssen zum Musterland werden“: Franz Keller fordert bei der Tierhaltung ein Umdenken. Bild: Wonge Bergmann

Auf einem Bauernhof im Taunus hält der frühere Sternekoch Franz Keller Tiere, um zu zeigen, dass bessere Landwirtschaft möglich ist. Er will die Menschen dazu bewegen, wieder mehr zu kochen – und findet klare Worte für ungesundes Essen.

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          In der Küche von Franz Keller steht ein großer Holztisch für Gäste. Jetzt ist er zum Büro verkommen. Rechnungen, Bestellungen, ausgerissene Zeitungsartikel liegen auf akkurate Häufchen gestapelt, ein Laptop daneben, eine Thermoskanne voll schwarzem Kaffee. „Gemeinsam gegessen wird hier schon lange nicht mehr“, sagt er und seufzt. „Es ist alles so furchtbar aufwendig geworden. Wer weiß, wie lange wir mit diesem Zirkus noch zu kämpfen haben.“ Gemeint ist, natürlich, Corona.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die „Adler Wirtschaft“ in Hattenheim, das Restaurant, das Franz Keller zum Erfolg gemacht hat und in dem heute sein Sohn das Regiment führt, ist dicht. Die Kochkurse, Hofführungen und Menüs, die Keller auf seinem Bauernhof veranstaltet, musste er absagen. Der frühere Sternekoch, der noch bei Paul Bocuse gelernt hat, fährt auch nicht mehr durchs Land, um auf exklusiven Partys zu kochen.

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