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Mordfall Lübcke : Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen Strafvereitelung

  • Aktualisiert am

Mordfall-Lübcke: Anfangsverdacht gegen Stephan E. wegen Strafvereitelung Bild: dpa

Stephan E. soll bei erstem Geständnis über den Tatablauf gelogen haben. Laut einem Spiegel-Bericht könnte das für den mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke nun weitere Konsequenzen haben.

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          Die Staatsanwaltschaft Kassel prüft nach der neuen Vernehmung des Hauptverdächtigen im Fall der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Ermittlungen wegen Strafvereitelung. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der F.A.Z. Bislang konzentriere sich das Prüfverfahren jedoch auf den ehemaligen Verteidiger von Stephan E., Dirk Waldschmidt. Der Szeneanwalt, der nach Angaben von E. zu einem Geständnis geraten haben soll, wird jedoch nicht als Beschuldigter geführt. Über das Prüfverfahren hatte zunächst die Zeitschrift „Spiegel“ berichtet.

          Hintergrund der weiteren Ermittlungen ist E.s Aussage am Mittwoch vor dem Ermittlungsrichter in Kassel, wonach er bei seinem ersten Geständnis im Sommer in Bezug auf den Tatablauf nicht die Wahrheit gesagt habe. Damals hatte er ausgesagt, den Mord allein verübt zu haben, das Geständnis aber wenig später widerufen. Am Mittwoch erklärte E.s Anwalt vor Journalisten, dass der wegen Beihilfe zum Mord in Untersuchungshaft sitzende mutmaßliche Komplize Markus H. Lübcke im Streit versehentlich erschossen haben soll.

          Anwalt dementiert Vorwürfe

          Grund für die widersprüchlichen Angaben sei, dass E.s vorheriger Anwalt seinem Mandanten Schutz und finanzielle Vorteile für seine Familie versprochen habe, wenn er die Schuld auf sich nähme. Darauf gründet auch der Vorwurf der Strafvereitelung, der die Staatsanwaltschaft nachgeht. Der ehemalige Anwalt E.s dementierte die Vorwürfe gegenüber dem „Spiegel“. Der frühere NPD-Politiker habe seinerseits eine Strafanzeige gegen E. wegen falscher Verdächtigung angekündigt, hieß es.

          Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha gefunden worden. Laut Obduktion wurde der 65 Jahre alten Politiker mit einer Kurzwaffe aus nächster Nähe erschossen. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus.

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