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Metall-Gewerkschafter fordern : „Schwarz-Grün sollte auch im Fall Continental tätig werden“

Rotstiftopfer: Im Werk Babenhausen will Continental etwa 2200 Stellen abbauen Bild: Michael Kretzer

Beim Autozulieferer Continental in Babenhausen in Südhessen stehen 2200 Stellen auf dem Spiel. Dieser Vorgang betrifft nicht nur den Standort, wie Metall-Gewerkschafter mahnen. Sie fordern Engagement vom Land Hessen.

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          Im Ringen um die Zukunft der Arbeitsplätze im Continental-Werk Babenhausen bereiten sich die Arbeitnehmervertreter auf die anstehenden Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vor. Auch planen sie Protestaktionen, wie der Geschäftsführer der für den südhessischen Standort zuständigen IG Metall Darmstadt, Jochen Homburg, sagt. Einzelheiten verrät er noch nicht. Es solle aber eine „größere Veranstaltung“ werden. Schließlich ist der drohende Abbau auch eine größere Sache. 2200 Stellen sollen wegfallen, wenn es nach dem Dax-Konzern geht. Das wären mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze des 3600 Beschäftigte zählenden Werks.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Angesichts dieser Zahlen mahnt Homburg: „Das betrifft nicht nur den Standort, sondern die gesamte südhessische Region.“ Vor diesem Hintergrund vermisst er klare Signale aus der schwarz-grünen Landesregierung zur Unterstützung des Standorts. Die Landesregierung sei sehr leise. Sie habe kein Konzept für diesen Fall, meint der Gewerkschafter.

          Zulieferer und Einzelhändler betroffen

          Sollte Continental in der Tachometer-Fabrik tatsächlich einen derart tiefen Einschnitt in die Belegschaft verwirklichen, bekämen das Zulieferfirmen und Handwerksbetriebe im Großraum Darmstadt ebenso zu spüren wie eine Vielzahl von Einzelhändlern, bei denen die Mitarbeiter einkaufen. „Das geht bis zum Bäcker und Metzger im jeweiligen Ort.“

          Betriebsratsvorsitzender Roland Weihert hat überschlagen, wie viele Arbeitssuchende alleine in den umliegenden Landkreisen hinzu kämen. Für den Kreis Darmstadt-Dieburg kommt er auf etwa 950, für den Landkreis Offenbach rechnet er mit mehr als 200 und den Raum Aschaffenburg mit rund 280. Deshalb hat er nach seinen Worten schon den Kontakt zu den Landräten und anderen Kommunalpolitikern gesucht, in deren Kommunen Mitarbeiter von Continental wohnen.

          Homburg stellt den drohenden Stellenabbau in Zusammenhang mit dem Wegfall von etwa 3000 Arbeitsplätzen bei Opel und weiteren Autozulieferern in Südhessen. „Das betrifft das Rhein-Main-Gebiet erheblich.“ Wie Homburg sieht auch Weihert nun Schwarz-Grün in der Pflicht. Die Landesregierung solle „tätig werden“. „Und das nicht nur bei Condor.“ Wie eine Hilfe aussehen könnte, steht dahin. Für den wegen der Insolvenz der Muttergesellschaft in Turbulenzen geratenen Ferienflieger haben Bund und Land einen Überbrückungskredit zugesagt.

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