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Hessen : Steinbach wirbt für Koalition der CDU mit der AfD

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„Die AfD ist nach meinen Beobachtungen eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung und damit ebenso unser Konkurrent wie unser möglicher Partner“ - Erika Steinbach, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Hessen. Bild: dpa

Die AfD-Wahlerfolge setzen die Union unter Druck. Die CDU-Spitze möchte die Eurokritiker am liebsten ignorieren, Konservative sind darüber in Unmut - auch in Hessen.

          Beim rechten Flügel der CDU wächst der Ärger über den Umgang der Parteispitze mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD). Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach sprach sich als erstes Mitglied des Unionsfraktionsvorstands für eine Koalition aus. „Die AfD ist nach meinen Beobachtungen eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung und damit ebenso unser Konkurrent wie unser möglicher Partner“, sagte die hessische CDU-Politikerin dem „Spiegel“.

          Die Parteispitze lehnt jegliche Zusammenarbeit mit der AfD ab. Den Landesverbänden empfahl die CDU-Führung, dies genauso zu halten. Dieser Kurs ist bei konservativen CDU-Politikern aber umstritten. So erklärte der hessische CDU-Politiker Christean Wagner, er halte es „für politisch töricht zu sagen: Mit denen werden wir nie zusammengehen“. Die AfD hatte bei der Europawahl in Deutschland aus dem Stand 7 Prozent der Stimmen geholt.

          Schäuble will nicht auf AfD zugehen

          CDU-Rechtspolitiker Wolfgang Bosbach forderte im „Spiegel“ eine offene Auseinandersetzung mit der Partei und kritisierte die Ankündigung von Unionsfraktionschef Volker Kauder, keine Talkshow-Auftritte mit AfD-Politikern zu absolvieren. Finanzminister Wolfgang Schäuble verteidigte die Parteilinie. „Wir werden uns ganz sicher nicht in die Richtung der AfD bewegen“, sagte er dem „Focus“

          In Hessen forderte die SPD die CDU zur Stellungnahme auf. „Es ist offensichtlich, dass in den Reihen der hessischen CDU die vehementesten Befürworter für eine politische Zusammenarbeit mit der AfD zu finden sind. Es ist mehr als befremdlich, dass der CDU-Landesvorsitzende Bouffier zu alledem schweigt“, sagte Generalsekretärin Nancy Faeser am Sonntag laut Mitteilung in Wiesbaden. CDU-Landeschef und Ministerpräsident Volker Bouffier müsse „endlich klipp und klar sagen“, ob er mit der AfD künftig koalieren wolle oder nicht.

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