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Eintracht Frankfurt : „Ich kann für mehr Stabilität sorgen“

  • -Aktualisiert am

Am Samstag noch Konkurrenten, künftig Kollegen: Stefan Reinartz (rechts) soll in der nächsten Saison auch Marc Stendera den Rücken frei halten. Bild: Heiko Rhode

Stefan Reinartz hätte in England sehr viel Geld verdienen können, entschied sich aber für Frankfurt – wegen der besseren Perspektiven. In seinem letzten Spiel für Leverkusen demonstriert er, warum er ein guter Fang für die Eintracht ist.

          4 Min.

          Ein bisschen Zukunft bekamen die Frankfurter Fußball-Fans schon zum Saisonabschluss zu sehen. Stefan Reinartz stellte sich in seinem Abschiedsspiel für Bayer Leverkusen zugleich bei seinem neuen Arbeitgeber vor. Und nach den 90 Minuten darf die Eintracht optimistisch sein, für eine neuralgische Position eine 1-A-Lösung gefunden zu haben. Reinartz lieferte als Sechser im defensiven Mittelfeld eine überzeugende Vorstellung ab. Hätte er in der 63. Minute seine Torchance zum Ausgleich genutzt, wäre Bayer das Lebewohl von seinem langjährigen Stammspieler noch schwerer gefallen. Der Eintracht war es aber sehr recht, dass der 26 Jahre alte Profi, der mit einem halben Jahr Unterbrechung beim 1. FC Nürnberg seit 1999 in Diensten der Leverkusener stand, mit seinem Schuss aus 18 Metern am Frankfurter Torwart Kevin Trapp scheiterte. So blieb es nach Toren von Seferovic (4. Minute) und Madlung (39.) und dem Gegentreffer von Bellarabi (6.) beim 2:1, das die turbulente Eintracht-Saison mit unzähligen Höhepunkten und Tiefschlägen knapp ins Positive hob. Die Frankfurter Fans unter den 51500 Zuschauern in der WM-Arena feierten ihr Team und Bundesliga-Torschützenkönig Alex Meier jedenfalls begeistert.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Wie haben Ihnen Frankfurt und die Eintracht gefallen?

          Reinartz: Die Stimmung war gut, leider haben wir auch unseren Teil dazu beigetragen – wir hätten lieber gewonnen. Dafür habe ich gesehen, was hier stimmungsmäßig los ist, wenn die Eintracht gewinnt.

          Freuen Sie sich nach dem frischen Eindruck dieses Spiels noch mehr darauf, künftig in dieser Mannschaft zu spielen?

          Reinartz: Es gibt Spieler bei der Eintracht, da spielt man lieber mit ihnen als gegen sie. Seferovic brauche ich nicht nochmal in einem Kopfball-Duell. Zambrano ist auch nicht vergnügungsteuerpflichtig.

          Es war eine Überraschung, als Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen den Vollzug des Transfers von Reinartz bekanntgab. Denn der dreimalige Nationalspieler gehörte zum erweiterten Führungskreis der Werkself. Sportdirektor Rudi Völler bestätigte: „Wir wollten nicht, dass Stefan uns verlässt. Aber er nahm im vergangenen Herbst unser Angebot nicht an.“ Kaum war Reinartz auf dem Markt, zeigten verschiedene Klubs Interesse am Vorzeige-Profi, der für die Werkself 148 Bundesligaspiele bestritt und 15 Mal in der Champions League eingesetzt wurde.

          Was gab den Ausschlag, zur Eintracht zu gehen?

          Reinartz: Es gab mehrere Angebote, eines von West Ham, das war auch nicht uninteressant. Doch es sprachen mehrere Dinge für Frankfurt. Erstmal wollte ich mehr auf dem Platz stehen als in diesem Jahr. In meinen sechs Profijahren in Leverkusen war ich fünf Jahre lang Stammspieler, diese Saison nicht so sehr. Dann finde ich die Mannschaft gut, die Frankfurter spielen einen guten Fußball. Ich glaube auch, dass ich reinpasse, dass ich eine Position ausfüllen kann, die den Frankfurtern guttut, nämlich im defensiven Mittelfeld. Da kann ich vielleicht für ein bisschen mehr Kompaktheit und Stabilität sorgen. Dann habe ich mit Bastian Oczipka zwölf Jahre meines Lebens zusammengespielt. Schon bei der E-Jugend der SSG 09 Bergisch Gladbach, danach sind wir in der D-Jugend gemeinsam nach Leverkusen gewechselt. Ich freue mich auf ihn.

          Gemeinhin heißt es, dass deutsche Mittelklasse-Klubs bei Transfers keine Chance haben, wenn ein Verein der Premier League mitbietet, weil die Engländer das Doppelte bis Dreifache zahlen können. War das bei Ihnen anders?

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