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Eintracht Frankfurt : „Die ersten Schritte sind vielversprechend“

Unter Druck: Stefan Reinartz und der Eintracht steht ein Kraftakt bevor. Bild: Imago

Klare Anweisungen und ein neuer Trainer, der besonderen Wert auf Abwehrarbeit legt: Stefan Reinartz ist sicher, dass sich der Abstiegskampf der Eintracht auch im Kopf entscheidet.

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          Sie waren mehr als drei Monate außer Gefecht gesetzt. Nun haben Sie zwei Partien absolviert und sind wieder angeschlagen. Wie gravierend ist Ihre Sprunggelenksverletzung?

          Mir geht es gut. Zum Glück ist nichts kaputtgegangen. Als ich im Spiel gegen Hannover kurz vor der Halbzeit mit dem rechten Fuß umgeknickt bin, wurde die Stelle zwar schnell dick. Da hatte ich schon die Befürchtung, dass die Bänder etwas abbekommen haben. Aber bei den Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass nur die Kapsel ein bisschen lädiert ist. Ich trainiere schon wieder mit der Mannschaft. Es gibt keine Probleme.

          Die Geschwindigkeit Ihres Comebacks verblüffte. Sie auch?

          Ja. Es ging alles relativ schnell. Beim Einstieg von der Reha-Phase über das Einzeltraining zurück ins Teamtraining haben wir ein, zwei Schritte überflogen. Deswegen kommt mir die Länderspielpause jetzt gelegen. Man merkt, dass körperlich noch das ein oder andere nicht ganz so ist, wie es mal war. Der Rhythmus muss sich wieder einstellen, die Spritzigkeit ist noch nicht wieder zu hundert Prozent da, an solchen Dingen können wir nun gezielt arbeiten.

          Als Sie gegen Hannover ausgewechselt wurden, wies Ihre Statistik einen Wert von 25 Prozent gewonnener Zweikämpfe auf. Das kann einen defensiven Mittelfeldspieler nicht zufriedenstellen, oder?

          Stimmt. Zumal sich das nicht mit meinem Eindruck gedeckt hat, den ich auf dem Rasen besaß. Ich hatte das Gefühl, dass viele gute Balleroberungen bei mir dabei waren. Man muss solche Erhebungen grundsätzlich genau betrachten, um daraus die passenden Schlüsse zu ziehen. Die Zweikampfbilanz ist sicherlich ein wichtiger Anhaltspunkt, um Spieler zu bewerten. Aus ihr allein lässt sich aber die Bedeutung eines Spielers für die Mannschaft nicht ablesen.

          Wieso steht die Eintracht so weit unten?

          Weil wir es über einen längeren Zeitpunkt nicht geschafft haben, als Team unsere Leistung abzurufen. Wir haben es nicht hinbekommen, mit einem klaren Konzept auf den Platz zu gehen und es so umzusetzen, dass wir uns mit besseren Ergebnissen für den Aufwand belohnt hätten. Darunter hat jeder auf seine Art gelitten, viele sind in Formkrisen geraten.

          Nun ist die Eintracht schon auf den 17. Platz abgerutscht. Die Zeit, die Wende zu schaffen, läuft langsam weg.

          Aber es gibt noch genug Gelegenheiten, um die benötigten Punkten zu sammeln. Auch da kommt uns die Unterbrechung des Spielbetriebs in der Bundesliga momentan recht. Wir müssen versuchen, auf die Schnelle Stabilität in unser Spiel zu bekommen. Mit Niko Kovac stehen wir am Anfang des Weges – aber die ersten Schritte sind vielversprechend.

          Es gibt erfahrene Fußballtrainer, die sagen: „Abstiegskampf ist eine eigene Sportart.“ Stimmen Sie dem zu?

          Eine interessante These. Da ist auf jeden Fall was dran. Das Spiel ist und bleibt natürlich das gleiche. Aber, wenn du dir Sorgen um den Klassenerhalt machst, verändert sich etwas im Kopf. Plötzlich kommt eine neue Dimension hinzu, die den Spielern zu schaffen macht: Die Lockerheit ist weg, die Angst, Fehler zu machen, wird größer. Daher ist es sinnvoll, dass man auf einfache und eindeutige Anweisungen setzt. Gegen den Ball zu spielen ist in aller Regel leichter machbar als mit dem Ball. Und mit der Bereitschaft, zu kämpfen, kommen auch wir leichter aus dem Schlamassel heraus, den wir uns selbst eingebrockt haben.

          Wie wappnet man sich als Spieler gegen den Druck?

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