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Erstmals auf der Bühne : So fühlt es sich an, wenn niemand applaudiert

  • -Aktualisiert am

Scheitern als Erfolgsrezept: Meilor Bondoc auf der Bühne. Bild: Francois Klein

Meilor Bondoc ist Immobilienmakler, Familienvater, und seit drei Jahren Stand-up-Comedian. Als er zum ersten Mal auf der Bühne stand, lachte niemand. Das war der schlimmste und gleichzeitig schönste Auftritt seines Lebens.

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          Herzrasen. Trockener Mund. Sein Name wird aufgerufen. Dann der Gang durch das Publikum, das höflich applaudiert. Die Pointen, die er sich in den vergangenen zwei Wochen ausgedacht und unzählige Male vor dem Spiegel geprobt hat, ziehen an ihm vorbei, während ihn die Blicke bis auf die Bühne begleiten. Lampenfieber, wortwörtlich: 300-Watt-Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet, Schweißperlen rinnen über seine Stirn. Dann wird es still. „Guten Tag, mein Name ist Meilor Bondoc und heute ist mein erstes Mal.“ Großer Fehler. Pause. Abwarten. Weitermachen: „Ich bin ein Hans-Günther, gefangen im Körper eines Buddhas.“ Fünfzehn Leute schauen ihn an, die Stille ist ohrenbetäubend. Von den Lippen eines Mannes in der zweiten Reihe kann man unmissverständlich dessen Meinung ablesen. Die ersten rollen mit den Augen, schütteln den Kopf.

          „Es ist wie ein Feuerwerk, bei dem die erste Rakete nicht zündet“, erinnert sich Meilor Bondoc. „Ein Witz baut ja auf dem anderen auf. Es war entsetzlich.“ Dieser erste Auftritt des Stand-up-Comedians ist jetzt drei Jahre her. Mit 41 Jahren war er damals einer der älteren Anfänger.

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