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Kauf von Textilien : Stärkeres Umweltbewusstsein nützt nicht unbedingt der Natur

Symbol: Grüne Knöpfe liegen bei einer Pressekonferenz zum Textilsiegel "Grüner Knopf" aus. Bild: dpa

Eine umweltfreundliche Einstellung und der tatsächliche ökologische Fußabdruck hängen nicht zwingend zusammen. Das hat eine internationale Studie unter Gießener Beteiligung mit Blick auf den Kauf von Textilien ergeben.

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          Schadet jemand mit einem ausgeprägten Umweltbewusstsein der Natur weniger als eine Person, die sich nicht so sehr um Klimafolgen des eigenen Textilkonsums schert? Dieser Frage sind Forscherinnen und Forscher mehrerer internationaler Hochschulen nachgegangen, darunter Wissenschaftler der Gießener Justus-Liebig-Universität. Ihr Befund: Es gibt eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Demnach hängen eine umweltfreundliche Einstellung und der tatsächliche ökologische Fußabdruck nicht zwingend zusammen, wie die mittelhessische Hochschule meldet.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Laut Studie verursachen Textilkäufe etwa zwei bis drei Prozent des Schadstoffausstoßes auf der Welt und der ernsten lokalen Umweltschäden. Gleichwohl erwerben Personen mit einem stärkeren Umweltbewusstsein nicht vergleichsweise weniger Kleidungsstücke.

          Folgen für das Kaufverhalten

          Vielmehr haben die Wissenschaftler sogar das Gegenteil ermittelt: Eine klimafreundliche Motivation hänge zumindest teilweise mit einer höheren Anzahl gekaufter T-Shirts und Jeans zusammen, schrieben die Autorinnen und Autoren des Artikels in der Fachzeitschrift „Nature Sustainability“.

          Dabei seien Menschen mit höherem Einkommen sensibler für Umweltfragen als Personen mit weniger Geld im Portemonnaie. „Da in diesen Schichten aber auch mehr Kleidung konsumiert wird, bleiben die guten Absichten ohne konkrete Auswirkungen für Klima und Umwelt“, heißt es weiter. Bisherige Studien zu Änderungen im Konsumverhalten haben demnach kaum die tatsächlichen Umweltauswirkungen ermittelt, sondern konzentrierten sich auf die Einstellungen und Motivationen. Das Team um Wencke Gwozdz von der Professur für Versorgungs- und Verbrauchsforschung in Gießen interessiere sich dagegen um Folgen der grundsätzlichen Einstellung für das persönliche Kaufverhalten.

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