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Stadtmarketing Darmstadts : Mit E-Bike und Handy-App zur Mathildenhöhe

  • -Aktualisiert am

Darmstädter Ausflugsziel: Das Jagdschloss Kranichstein ist herausgeputzt worden. Bild: Sick, Cornelia

Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Musik werden 2012 im Stadtmarketing Darmstadts großgeschrieben. Die Bilanz für 2011 ist befriedigend.

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          Das Elektrofahrrad wird mehr und mehr zum Aushängeschild von Darmstadt. Nachdem schon der Oberbürgermeister zu seinen Terminen nur noch mit dem E-Bike kommt, setzt nun auch die Darmstadt Marketing GmbH auf das Rad mit Hilfsmotor. Bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2012 kündigte Geschäftsführerin Anja Herdel an, von der Jugendstilstadt Darmstadt bis zur Residenzstadt Heidelberg „serviceorientierte E-Bike-Stationen“ einzurichten, so dass Gäste die Strecke an der Bergstraße erradeln könnten. Zielgruppe der sanften Mobilität mittels Pedelecs sei die Generation 55 plus.

          Das Thema Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit nimmt im Vorausblick der Stadtmarketing-Gesellschaft auch sonst einen besonderen Stellenwert ein, was freilich nach dem politischen Wechsel zu Grün-Schwarz nicht verwunderlich ist. Das Ziel des Stadtmarketing beschrieb Partsch als den Wunsch, Darmstadt „nachhaltig“ zu stärken, um die Wissenschaftsstadt erfolgreich im härter werdenden Wettbewerb der Städte zu positionieren und zu einer „nachhaltigen“ Stadtentwicklung beizutragen. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass die Marketing GmbH seit Januar eine „Nachhaltigkeits-Checkliste“ bei allen Veranstaltungen und Projekten führt, Restemissionen großer Veranstaltungen durch Nachhaltigkeitsprojekte der HSE ausgleicht und das Pilotprojekt „Papierloses Büro“ startet.

          Kanpp eine hlabe Million Tagungsgäste

          Auch die Bedeutung Darmstadts als Wissenschaftsstadt will die Marketing GmbH in diesem Jahr weiter herausstellen. So wird das Informations- und Stadtleitsystem für auswärtige Gäste nicht nur auf Innenstadt, Weißen Turm, Stadtkirche, Hinkelsturm mit Altstadtmuseum, Hessisches Landesmuseum, Prinz-Georg-Garten, Porzellanschlösschen, Herrngarten, Ludwigskirche und Neue Synagoge ausgeweitet. Es wird auch ein Leitsystem „Wissenschaft“ eingeführt mit Hinweisen etwa auf die Technische Universität, die Fraunhofer Institute IGD und SIT oder das Deutsche Polen-Institut. Ergänzt werden soll diese Route mit digitalen Informationen. Die Marketing Gesellschaft hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Fraunhofer IGD eine 3D-Applikation zum Olbrich-Jugendstilhaus auf der Mathildenhöhe entwickelt. Aufbauend auf dieser Erfahrung soll nun ein ganzes Netz derartiger Applikationen erstellt werden, um die wissenschaftlichen Einrichtungen hervorzuheben. Ziel sei, „die Wissenschaft über verständliche und jederzeit abrufbare Geschichten erlebbar zu machen“, sagte Herdel. Neben den dreidimensionalen „Apps“ für Smartphones und Tablets soll auch das Angebot zweidimensionaler Applikationen ausgeweitet werden. So wird das Museum Künstlerkolonie auf diese Weise seine Exponate zugänglich machen, die anschließend mit Informationen über die Künstlerhäuser auf der Mathildenhöhe verbunden werden sollen. Auch der „Handyführer“, den die Marketing Gesellschaft im vergangenen Jahr für die Straßenbahnlinie 3 gestartet hat, wird erweitert durch eine Übersetzung in die englische Sprache. Herdel zufolge wurden seit dem Start Ende 2011 mehr als 3000 Anrufe auf der touristischen Bahn-Linie registriert, die quer durch die Stadt führt.

          Neben Nachhaltigkeit und Wissenschaft ist ein weiteres Leitthema für die Marketing GmbH die Musik. Insbesondere auf Messen soll für die Schau „A House Full of Music“ vom Institut Mathildenhöhe und dem städtischen Musikinstitut, die sich von Mai bis September zieht, geworben werden. Außerdem finden 2012 die 46. Internationalen Ferienkurse für neue Musik statt mit insgesamt 25 Uraufführungen. Mit im Mittelpunkt steht der amerikanische Komponist John Cage, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. An ihn soll nicht nur mit einem Konzert erinnert werden, sondern im Juli auch mit Klang-Skulpturen, Hörstationen und anderen künstlerischen Arbeiten im Hauptbahnhof.

          Die Bilanz 2011 fiel für das Stadtmarketing befriedigend aus. Die Zahl bei Übernachtungen, Tagesgäste, Bettenauslastung und Führungen habe knapp gehalten werden können, sagte Herdel. Tagungsgäste hatte Darmstadt 475.000, von denen 170.000 über Nacht blieben. Um den Service für auswärtige Besucher zu verbessern, wurde inzwischen ein Conventionsbüro eingerichtet, das als Anlaufstelle für alle gedacht ist, die in Darmstadt oder der Region eine Tagung, einen Kongress oder eine andere Veranstaltung planen.

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