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Weltkulturerbe in Gefahr? : Lorch bleibt bei Windrad-Projekt

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Ist der Bau von Windkraftanlagen eine Gefahr für den Welterbe-Status am Mittelrhein? Windräder, hier in nahe Kilianstädten im Main-Kinzig-Kreis Bild: dpa

Wegen einer neuen Brücke über die Elbe hat Dresden vor ein paar Jahren den Welterbe-Status verloren. Laut der Unesco könnte das auch am Mittelrhein wegen geplanter Windräder geschehen.

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          Trotz des Streits um den geplanten Bau von Windrädern am Mittelrhein hält die Stadt Lorch am Projekt fest. „Ich bin dabei, ein Landesgesetz umzusetzen“, sagte Bürgermeister Jürgen Helbing (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Der Energiekonzern EnBW will vier Windräder in der Pufferzone des oberen Mittelrheintals bauen, das zum Weltkulturerbe gehört. Die Landesplanung erlaubt dies, sieht aber eine Einzelfallprüfung vor.

          Gegen das Projekt hat neben einer Bürgerinitiative im Rheingau auch die deutsche Unesco-Kommission starke Bedenken. Sie sieht den Welterbestatus in Gefahr. Rheinland-Pfalz ist ebenfalls gegen das Vorhaben.

          Lorch hofft auf jährlich 300.000 Euro

          Die Regierungen in Wiesbaden und Mainz haben sich zusammen mit der Stadt Lorch auf ein neues Gutachten geeinigt, das die Sichtachsen der Windräder nochmals untersuchen soll. Unter Berücksichtigung der Unesco-Kriterien hat es der Betreiber EnBW in Auftrag gegeben. Das Gutachten solle bald vorliegen, sagte Helbing. Außerdem steht noch ein Gutachten zum Vogelschutz aus.

          Die Grünen kündigten Unterstützung für ihn an: Lorchs Bürgermeister Jürgen Helbing (CDU)

          Die Stadt Lorch, die unter dem finanziellen Schutzschirm des Landes Hessen steht, erhofft sich vom Windpark Pachteinnahmen von jährlich 300.000 Euro.

          Die in Hessen mit der CDU regierenden Grünen kündigten die Unterstützung von Helbing an. In Abstimmung mit der Unesco seien Windräder in der Pufferzone möglich, betonte Landtags-Fraktionschef Mathias Wagner. Das Weltkulturerbe werde nicht gefährdet.

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