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Stadionneubau : „Wir brauchen endlich Klarheit“

  • -Aktualisiert am

Noch ist unentschieden, ob das Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach saniert oder ganz neu erstellt wird Bild: Wonge Bergmann

Weil ein Stadionneubau weiter ungewiss ist, wirft der OFC dem Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider vor, er spiele auf Zeit. Eine Machbarkeitsstudie vom Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner liegt vor.

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          Die Ungewissheit bleibt: Ob das Stadion auf dem Bieberer Berg für etwa 30 Millionen Euro um- oder neugebaut werden soll, ist nach der Präsentation einer vom Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner erstellten „Machbarkeitsstudie“ so unklar wie zuvor. OFC-Vizepräsident Thomas Kalt machte am Montag während der Vorstellung dieser Untersuchung in Gegenwart von Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) aus seiner Enttäuschung über die anhaltende Unsicherheit keinen Hehl: „Wir sind bereit, fast jeden Weg mitzugehen. Aber wir brauchen endlich Klarheit.“ Der OFC habe das Gefühl, dass bei allem, was es an Vorschlägen gebe, auf Zeit gespielt werde. Für die Profimannschaft sei ein Stadion unerlässlich, das den Sicherheitsanforderungen der Deutschen Fußball Liga entspreche. Auch müsse den Zuschauern ein höherer Komfort als heute geboten werden, etwa durch mehr Sitzplätze.

          Im Falle des Stadionumbaus würde die derzeitige Lage des Spielfelds erhalten bleiben. Die Tribünen würden, wie Frank Höf von dem Planungsbüro sagt, „auf Mindestmaße an das Spielfeld heranrücken“ und die Steintreppen beseitigt, die heutigen Tribünen schrittweise ersetzt und der Zubringer zur Bundesstraße 448 zurückgebaut. Es stünden dann 550 Stellplätze zur Verfügung. Ein neu zu errichtendes Stadion würde laut Höf nördlich des heutigen Spielfeldes plaziert und das Stadion in einen Vorplatz verwandelt. Außerdem gebe es dort genügend Raum für Polizei und Feuerwehr. Auch beim Neubau müsste der Zubringer zur Bundesstraße beseitigt werden. Die Zahl der Parkplätze würde sich auf 660 erhöhen. Die beiden Trainingsplätze könnten angrenzend an das neue Stadion entstehen.

          Neubau: 30,4 Millionen Euro bei einer Bauzeit von drei Jahren

          Die anhaltende Ungewissheit geht indes nicht zu Lasten der Studie von Albert Speer & Partner. Denn die Planer empfehlen nach Angaben Höfs den Neubau des Stadions und veranschlagen dieses Projekt auf 30,4 Millionen Euro bei einer Bauzeit von drei Jahren. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) hingegen neigt zur Umbau-Variante, wie er sagte, als „Zwischenschritt“, da dies leichter zu finanzieren sei. Der Umbau würde laut Höf 29,2 Millionen Euro kosten. In beiden Fällen böte das Stadion etwa 21.000 Zuschauern Platz.

          Kalt kritisierte am Montag nicht nur, dass der OFC nicht zu den neuen Planungsvarianten befragt worden sei. Empört ist Kalt, weil wegen der Diskussion über ständig neue Ideen zur Zukunft des Stadions die dringendsten Arbeiten unerledigt blieben. Hierzu zählt Kalt die Herrichtung des Kunstrasenfeldes hinter dem Stadion als Trainingsplatz für die Jugendmannschaften. Der Platz gilt als unbespielbar und wurde mittlerweile gesperrt, da sich vor kurzem dort ein Junge ein Bein brach. Kalt fordert nun von der Stadt, sich an der Instandsetzung des Feldes zu beteiligen. Das soll 200.000 Euro kosten, je zu einem Drittel von Stadt, Land und dem OFC finanziert. Mit Blick auf den möglichen Neubau des Stadions – für dieses Vorhaben würde das Areal des Trainingsfeldes benötigt – und die Herrichtung des ehemaligen Tambourbads zu einem Sportzentrum für die Jugendmannschaften des OFC und weiterer Fußballvereine lehnt Schneider das Ansinnen Kalts ab. Schneider verweist darauf, dass im nächsten Jahr mit dem Umbau des Tambourbads begonnen werden soll. Dieses Vorhaben wird laut Schneider etwa fünf Millionen Euro kosten. Für dieses Projekt ebenso wie für das Stadion soll künftig die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) zuständig sein.

          Zur Kritik des OFC-Vizepräsidenten sagte Schneider: „Ich kann den Frust von Herrn Kalt verstehen. Aber die jetzige Situation ist das Abbild der Strukturprobleme unserer Stadt. Die entscheidende Frage bleibt die Finanzierung.“ Die Stadt könne weder selbst in den Stadionbau investieren noch eine Bürgschaft in zweistelliger Millionenhöhe übernehmen, wie es der jüngste Vorschlag des OFC vorsehe.

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