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Staatstheater Wiesbaden : Anlaufschwierigkeiten im ersten Jahr

Der Urlaub mit Frau und Hund ist vorbei. Jetzt probt Uwe Eric Laufenberg Verdis „Otello“. Bild: Frank Röth

Es dauert länger als eine Saison, das Grundvertrauen herzustellen: Der Intendant des Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, hat seine erste Spielzeit hinter sich.

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          Hundebilder auf dem Programm? Das hat nicht jeder goutiert, selbst in der an Hunden und Hündchen nicht gerade armen Landeshauptstadt. Und manch einer fand es auch nicht so toll, dass ihm dergestalt nahegebracht wurde, sein Theater sei, gewissermaßen, auf den Hund gekommen, in den zwölf Jahren unter dem Intendanten Manfred Beilharz. Der Aufforderung, „Platz!“ zu nehmen, in forschem Knallgrün in den Kolonnaden des Wiesbadener Staatstheaters zu lesen, wo überhaupt alles knallgrün leuchtet seit dem vergangenen Sommer, Plakate, Programme, Fahnen, Accessoires, hat das Publikum sehr unterschiedlich Folge geleistet. Das zählt denn auch zu den Baustellen, die den neuen Intendanten des Staatstheaters Uwe Eric Laufenberg auch in seine zweite Saison begleiten werden.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Warum etwa die von der Kritik gelobte Britten-Oper „The Turn of the Screw“, Eröffnungsinszenierung der diesjährigen Internationalen Maifestspiele, nur 60 Prozent Auslastung erfuhr, verwundert Laufenberg. Ansonsten seien die Zahlen gut gewesen, bis auf den Saisonbeginn und bis zu den Maifestspielen. Darunter „ächze“ man, so Laufenberg, der zugibt: „Das kameralistische System kannte ich nicht, ich war an eine Gewinn-und-Verlust-Übertragung gewöhnt.“ Unterdessen hat der kaufmännische Leiter Hergen Gräper aus, wie es hieß, „persönlichen Gründen“gekündigt. „Jetzt wird es einen neuen Geschäftsführer geben, und dann hoffe ich, dass es gute Gespräche gibt und die Ressourcen optimiert werden“, sagt Laufenberg.

          Anfangs skeptische Zuschauer

          Beobachten konnte er in seiner ersten Spielzeit immer dasselbe Phänomen: „In jeder großen Produktion, egal welcher, wurde den ersten Vorstellungen mit Skepsis begegnet – dann waren wir bei 90 Prozent Auslastung.“ Das allerdings hat ein paar Vorstellungen gedauert. „Das Grundvertrauen herzustellen dauert länger – sicher länger als eine Spielzeit“, sagt Laufenberg. Das hat er so noch nicht erlebt: „In Köln und Potsdam war es schneller voll.“ Schon in der Vorbereitung dürfte er das gemerkt haben: „Es hat mich erstaunt, dass im Vorfeld so viele Befürchtungen geäußert worden sind. Etwa, dass das Opernensemble abgeschafft werden soll, auch, dass 30 Jahre alte Inszenierungen nicht mehr gespielt werden sollten.“ Das „irrational Konservative“ fand Laufenberg „doch sehr merkwürdig“. „Aber das hat sich mittlerweile geöffnet“, stellt er fest. „Die Anlaufschwierigkeiten waren nicht ohne.“

          Aber mittlerweile ist es ihm auch persönlich schon passiert, dass ursprünglich skeptische Zuschauer sich mit Gratulationen an ihn wandten, etwa nach seiner Inszenierung der „Buddenbrooks“ am Ende der Saison. Und neulich habe jemand zu ihm gesagt: „Endlich kann man wieder ins Ballett gehen.“ Überhaupt, das Ballett. Die Skepsis war sehr groß, als Laufenberg und der Intendant des Staatstheaters Darmstadt, Karsten Wiegand, weit vor ihrem Amtsantritt angekündigt hatten, ein gemeinsames Hessisches Staatsballett zu gründen.

          Ein Haus mit vier Sparten war Neuland für ihn

          Das Staatsballett sei „ein voller Erfolg“, künstlerisch und beim Publikum, sagt Laufenberg nun, der zugibt: „Ich hatte wenig Ahnung von Ballett.“ Dass „Erfolg auch zum Problem werden“ könne, sehe man nun, da es mehr Ballettvorstellungen sowohl in Wiesbaden als auch in Darmstadt geben soll. „Das ist das nächste Kunststück, die Logistik zu verbessern und die Vorstellungszahl zu erhöhen“, sagt Laufenberg. In der ersten Saison hatte es deutlich mehr Tanz in Darmstadt als in Wiesbaden gegeben.

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