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Sportplatz Bienroth : „Hier wird getrickst und getäuscht“

  • -Aktualisiert am

Nicht nur über das Baugebiet südlich der Bahnstraße am Ende des Sossenheimer Wegs wird ständig diskutiert und gestritten. Auch beim Sportplatz Bienroth ist das der Fall. Bild: Sick, Cornelia

Die Bürgerinitiative gegen das Baugebiet am Sportplatz Bienroth in Eppstein bezweifelt von der Stadt genannte Verluste, wenn nicht gebaut wird.

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          Als „unseriöse Zahlenspiele“ und „öffentliche Stimmungsmache“ haben die Gegner des umstrittenen Baugebiets am Sportplatz Bienroth Befürchtungen des Ersten Stadtrats Alexander Simon (CDU) zurückgewiesen. Dieser hatte vorgerechnet, dass die Stadt auf bis zu sechs Millionen Euro verzichten müsse, falls der geltende Bebauungsplan „In Natura 2020“ im Rahmen des Normenkontrollklageverfahrens aufgehoben werde. Ebenso seien Entschädigungsforderungen der Grundstückseigentümer an die Stadt zu befürchten.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          In dem mehr als 2,4 Hektar großen geplanten Wohngebiet zwischen Eppstein und Vockenhausen sollen 33 Häuser mit bis zu 45 Wohnungen entstehen. Das Gelände ist bisher Grünfläche, einige Bäume müssten gefällt werden. Zum Beweis dafür, wie gut sich das Baugebiet in seine Umgebung einfüge, legte Simon in dieser Woche eine Visualisierung der geplanten Bebauung vor. Überzeugen konnte er die Projektgegner der Bürgerinitiative Bienroth damit nicht.

          „Ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Natur“

          Die vorgelegten Zahlen seien unseriös, heißt es in der von Friederike von Koester und Hans Mahlmeister unterzeichneten Stellungnahme. Der Erste Stadtrat habe wohl verdrängt, dass die bisher noch hypothetischen Entschädigungsrisiken allein deshalb entstehen könnten, weil er gemeinsam mit Bürgermeister Peter Reus (parteilos) die Rechtsprechung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs nicht beachtet habe. Denn nach dieser habe das Bürgerbegehren eine hohe demokratische Legitimation, der nicht durch Vollzug umstrittener Beschlüsse die Grundlage entzogen werden dürfe.

          Die von maßgeblichen Entscheidungsträgern „massive und kompromisslos“ angestrebte Bebauung des Bienroth stelle einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Natur mit vielen negativen Folgen dar. Es werde weiterhin „getrickst und getäuscht“, statt fair und sachlich zu kommunizieren. So bleibe in der Auflistung Simons unberücksichtigt, dass die Stadt einen Teil der Erschließungskosten ohnehin selbst übernehmen müsste, sollte aus dem Baugebiet nichts werden. Ebenso entstehe bei einer Realisierung des Bienroth-Viertels weiterer Arbeitsaufwand für die Verwaltung. Die BI Bienroth will nun gemeinsam mit Vertretern von Stadt und Kreis über ein alternatives Konzept für das drei Hektar große Gelände diskutieren. Mit einer Entscheidung im Normenkontrollverfahren wird erst im nächsten Jahr gerechnet.

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