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Triathlon : „Wut“ auf Frankfurt hilft Hundertmarck

Kai Hundertmarck auf der Laufstrecke Bild: dpa/dpaweb

Kai Hundertmarck ist die Reise nach Österreich bestens bekommen. Beim Ironman-Triathlon in Klagenfurt wurde der ehemalige Radprofi, der für Frankfurt abgesagt hatte, Vierter. Und sicherte sich die Teilnahme beim Ironman-Klassiker auf Hawaii.

          Kai Hundertmarck ist die Reise nach Österreich bestens bekommen. Beim Ironman-Triathlon in Klagenfurt belegte der ehemalige Radprofi vom Team Telekom den vierten Platz und sicherte sich damit in 8:27:35 Stunden überraschend die Qualifikation für den Saisonhöhepunkt, die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii. Hundertmarck, der sich mit den Organisatoren des Ironman in Frankfurt überworfen hatte und für seine Heimveranstaltung gesperrt wurde, war in Österreich ein gefeierter Mann, nachdem er auf dem Rad von Platz 99, den er nach dem Schwimmen belegt hatte (55:25 Minuten), mit einer Radzeit von 4:23 Stunden auf Platz zwei vorfuhr. Beim abschließenden Marathonlauf blieb der Eppsteiner mit 3:02:46 Stunden fast eine halbe Stunde unter seiner bisherigen Bestzeit. „Eine riesige Genugtuung“, sagte er im Ziel, sei das Ergebnis für ihn gewesen. Mit „Wut im Bauch“ sei er angetreten, er wollte es den Frankfurtern zeigen.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Kurt Denk, der Veranstalter des Ironman Germany, hatte Hundertmarck lebenslang für das Frankfurter Rennen gesperrt. Grund: Hundertmarck hatte die verlangte eidesstattliche Versicherung, niemals gedopt zu haben, abgeändert, indem er zwar die Anti-Doping-Erklärung unterzeichnete, den Passus, sich zu einem Start in Frankfurt zu verpflichten, aber strich. Er fühle sich als ehemaliger Radprofi von Denk vorgeführt, sagte er und sprach von einer „Hexenjagd“ gegen seine Person. Nach seinem vierten Platz in Klagenfurt, sagte Hundertmarck nun, habe er sich selbstverständlich einer Dopingkontrolle unterziehen müssen. „Und ich konnte dort problemlos hingehen, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe.“

          Vor Hawaii kommt Monaco

          Von seinem Umzug nach Klagenfurt wollte Hundertmarck nicht nur wegen seines respektablen Ergebnisses nur Bestes berichten. Das Rennen, sagte er mit einem Seitenhieb auf Denk, sei „wesentlich fairer“ als das in Frankfurt, wo auf der Radstrecke wegen der offenbar zu hohen Teilnehmerzahl und des zu leichten Zweirundenkurses an vielen Stellen ein munteres Windschattenfahren stattfinde – eine Beobachtung, von der im Nachhinein eine ganze Reihe von Teilnehmern berichten und über die auch im Internet heftig diskutiert wird. In Klagenfurt, sagte Hundertmarck, habe er seine Radstärke jedenfalls ausspielen können, im Gegensatz zu vergangenem Jahr in Frankfurt; damals sei die Gruppe, die er verfolgte, mit einem Pulk von Motorrädern „fast schon ein Dernyrennen“ gefahren.

          Vor dem Ironman Hawaii wird Hundertmarck noch das Halbdistanzrennen in Monaco Anfang September einschieben, einen entsprechenden Vertrag bot ihm der Veranstalter, der das Rennen im Fürstentum organisiert, nach seiner starken Vorstellung in Klagenfurt an.

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