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SV Wehen Wiesbaden : Nur die Krönung fehlt noch

  • -Aktualisiert am

Akrobatisch: Der Wehener Sebastian Mrowca (oben) überfliegt hier den Ingolstädter Thomas Pledl. Bild: Imago

Das Hinspiel hat der SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 gegen den FC Ingolstadt verloren. Trotzdem glaubt Trainer Rüdiger Rehm weiter an den Aufstieg der Hessen.

          Es geht in diesen Relegationsspielen um viel, um sehr viel, keine Frage. Darum, dass die (gute) Arbeit einer ganzen Saison letztlich nicht vergeblich ist. Dass die Aufstiegshoffnungen nach einer Dekade Drittligafußball mal nicht enttäuscht werden. Dass der Zyklus einer mit gutem Händchen zusammengestellten Mannschaft nicht endet. Zu viele Spieler des SV Wehen Wiesbaden haben sich während der nunmehr zwei Jahre währenden Aufwärtsentwicklung in den Blickpunkt gespielt, als dass bei Nichtaufstieg alle für einen neuerlichen Anlauf zu halten wären. Auch Rüdiger Rehm steht nicht für mangelnden Ehrgeiz. Der 40-Jährige will mit Macht wieder dorthin, wo er in seiner Trainerlaufbahn schon mal war: in die zweite Liga.

          Vor ziemlich genau drei Jahren hatte der aufstrebende Rehm diverse Angebote von Zweitligaklubs vorliegen. Er entschied sich für Arminia Bielefeld – doch es passte nicht und nach nur 124 Tagen war schon wieder Schluss. Zum Glück für die Wehener, denen Rehm anschließend die zwei erfolgreichsten Spielzeiten in zehn Jahren bescherte. Nur die Krönung steht noch aus. Und für die gilt es noch eine Mammutaufgabe zu bewältigen.

          Rehm möchte „Herz in die Hand nehmen“

          In das Relegationsrückspiel beim FC Ingolstadt an diesem Dienstag (18.15 Uhr, live im ZDF) starten die Hessen mit der Bürde der 1:2-Hinspielheimniederlage. Die überzeugende Drittligasaison samt eminent starker Rückrunde hat ein fundiertes Selbstvertrauen beim SVWW hinterlassen. Und Rehms öffentliches Statement vor der Reise nach Bayern ist in Teilen gewiss identisch gewesen mit der Motivationsrede, die er vor Anpfiff vor seinen Profis halten wird. „Diese Mannschaft, die wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, hat schon so viel bewiesen, hat schon so viel Herzblut gezeigt. Die Jungs identifizieren sich total mit dem Verein und sind zu allem in der Lage“, sagte Rehm.

          „Wir müssen das Herz in die Hand nehmen und unsere Hemmungen ablegen – wir sind jetzt in der Relegation angekommen und bereit, in Ingolstadt einen unglaublichen Fight abzuliefern.“ Es gibt durchaus Punkte, an dem der Wehener Optimismus anknüpfen kann. In der Zweitligarunde heimschwache Ingolstädter (nur 17 Punkte im heimischen Sportpark) treffen auf auswärtsstarke Hessen (35 Zähler). Das häufigste Ergebnis des SVWW in der Rückrunde auf des Gegners Plätzen lautete: 3:2.

          Kann Torjäger Schäffler spielen?

          Ein Resultat, das am Dienstag reichen würde zum großen Sprung, für den nach Wehener Duktus aber kein Wunder benötigt wird. Sondern nur ein „extrem guter Tag“, so Coach Rehm. „Alle hier sind der festen Überzeugung, dass wir dazu in der Lage sind, diesen Gegner niederzuringen.“ Die Ingolstädter haben sich indes im Hinspiel als ausgebuffter Gegner mit einigen, auch nach Zweitligamaßstäben, überdurchschnittlichen Könnern am Ball entpuppt. Der SV Wehen Wiesbaden kann sich daran festklammern, dass er den klassenhöheren Gegner in der ersten Halbzeit mit Tempo und Kombinationssicherheit vor Probleme stellte. Nur konnte die Mannschaft ihre Bemühungen kaum zu Torabschlüssen veredeln, was dringend besser werden muss.

          Von großer Bedeutung ist die schnelle Gesundung von Gökhan Gül (Rücken) und mehr noch von Manuel Schäffler (Oberschenkel), die beide im ersten Vergleich verletzt ausgetauscht werden mussten. Torjäger Schäffler, der Unverzichtbare, hat imposante 38 Treffer in den beiden vergangenen Drittligarunden erzielt. Die Wehener rechnen mit dem Einsatz beider Profis im letzten Saisonspiel. SVWW-Geschäftsführer Nico Schäfer sagt: „Es ist noch nicht vorbei.“

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