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Trainer : Oral bleibt beim FSV Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Alles im Griff: Bislang hat Tomas Oral Erfolg mit dem FSV Frankfurt. In der kommenden Saison will er für das Team eine „eigene Identität“ entwickeln. Bild: Imago

Tomas Oral entscheidet sich, in der kommenden Saison beim FSV Frankfurt zu bleiben. Der Zweitligaklub schätzt den Trainer, mit dem der Abstieg verhindert wurde.

          Ein Endspiel um den Klassenverbleib zum Abschluss der kommenden Fußball-Zweitligasaison will Tomas Oral kein zweites Mal erleben. Zu sehr hat auch den Trainer diese eine finale Woche psychisch und physisch gefordert, an deren Ende er mit der angeschlagenen FSV-Mannschaft doch noch das große Ziel erreicht hatte: durch das 3:2 in Düsseldorf auch im achten Jahr nacheinander in der zweiten Liga spielen zu können.

          Die heikle Rettungsmission von Oral, der am vorletzten Spieltag den entlassenen Benno Möhlmann nach elf sieglosen FSV-Spielen abgelöst hatte, war in höchster Not gutgegangen. Jetzt sagt der Zweiundvierzigjährige: „Wir wollen uns so konsolidieren, dass wir in der neuen Runde einen Mittelfeldplatz anstreben können. Mit unseren bescheidenen Mitteln müssen wir kreativ sein und ein paar Visionen haben.“ Das Bornheimer Projekt, mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben zu wollen, ist auf jeden Fall ambitioniert.

          Oral hatte Angebote aus dem Ausland

          Oral traut sich die Aufgabe zu. Mindestens bis Juni 2016 möchte er nun beim FSV seine Vorstellungen verwirklichen. Sein verlängertes Engagement lag nah, schließlich wollte er seinem ständigen Wohnsitz Frankfurt nicht schon wieder den Rücken kehren. Der FC Fulham – dort assistierte er Felix Magath – sowie Ingolstadt und Leipzig jeweils als Cheftrainer waren seine zurückliegenden Stationen. Aktuell lagen ihm offenbar abermals zwei Anfragen aus dem Ausland vor.

          Doch Oral macht lieber da weiter, wo er im Oktober 2009 aufgehört hatte: Damals trat er beim FSV nach einem schwachen Saisonstart als Cheftrainer zurück, weil er die Rückendeckung des ehemaligen Geschäftsführers Bernd Reisig vermisst hatte. Das Vertrauen zum Bornheimer Finanzchef Clemens Krüger, den Oral ebenfalls lange kennt, hingegen ist groß. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir länger als ein Jahr zusammenarbeiten werden“, sagte Krüger am Dienstag.

          Nach seiner Meinung ist aus Oral in den vergangenen Jahren ein noch besserer und reiferer Trainer geworden. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann ist extrem ehrgeizig und gilt als authentisch. Seine Ansprache an die Spieler ist direkt. Er verlangt viel. Und Oral bringt jede Menge Emotionen ein. In der Vergangenheit vielleicht ab und an zu viele, so dass auch Reibereien die Folge waren.

          Ausleihegeschäfte will Oral nicht

          Von seiner Mannschaft wünscht sich Oral, dessen Assistenztrainer Bernd Winter bleiben soll, in Zukunft „offensiven Fußball“. Wichtig ist ihm die „Entwicklung einer eigenen Identität“. Neben einer Achse aus erfahrenen Spielern sollen sich auch Talente, „die bei uns den Weg in die Bundesliga nehmen“, beweisen.

          Dabei plant der FSV einen neuen Weg einzuschlagen, denn Ausleihgeschäfte von hoffnungsvollen Nachwuchsspielern favorisiert Oral nicht. „Diese Spieler sollen uns auch gehören“, sagt er vielmehr. Vom Aufbau einer neuen Mannschaft wollen er und der FSV mehr als ein Jahr lang profitieren. Und wenn sich dann irgendwann ein Spieler sportlich nach oben verändern möchte, soll sich das für den Verein auch in Form einer Ablöse auszahlen.

          Aktuell umfasst der Kader 19 Spieler. Noch sechs bis sieben Profis sollen in den kommenden Wochen dazukommen. Einer davon könnte der Offenbacher Außenbahnspieler Denis Mangafic sein. Vincenzo Grifo, die erfolgreiche Leihgabe aus Hoffenheim, hingegen schließt sich dem Bundesliga-Absteiger SC Freiburg an. Der Offensivspieler hatte in der abgelaufenen Spielzeit sieben Treffer für den FSV erzielt und war außerdem auf neun Torvorlagen gekommen.

          Nach der Freistellung des Geschäftsführers Sport, Uwe Stöver, durch das Vereinspräsidium werden sich die Frankfurter wohl einen neuen Sportlichen Leiter suchen müssen. „Ich glaube, es wird schwer, dass beide Seiten noch einmal zueinanderfinden“, sagt Krüger. Er hätte sich eine Rückkehr seines Kollegen Stöver gewünscht. „Zwei bis drei Kandidaten“ hat Krüger nun im Kopf, von denen einer der Nachfolger von Stöver werden könnte. „Es wird aber keinen Schnellschuss geben.“ Nach aktuellem Stand steht neben Stöver auch Möhlmann bis Juni 2016 auf der Gehaltsliste des FSV. Es ist jedoch vorstellbar, dass beide demnächst eine neue Aufgabe finden werden. „Ansonsten wird es mit Sicherheit eine faire und einvernehmliche Lösung geben“, meint Krüger.

          Noch aber belasten Möhlmann und Stöver das ohnehin nicht üppige Budget der Bornheimer. Insofern sind auch Auswirkungen auf die Zusammenstellung der Mannschaft nicht ausgeschlossen. Trotzdem will Oral auf lange Sicht eines nicht mehr mitmachen müssen: dass es am Rundenende 2016 noch mal „kurz vor knapp ist“, wie er es ausdrückt.

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