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Sportstiftung Hessen : Neuer Name, frischer Schwung

Gold-Reiter: Auch der Bad Homburger Sönke Rothenberger, hier auf Cosmo, profitiert von der Sportstiftung Hessen. Bild: dpa

Auf dem Schafhof in Kronberg präsentiert sich die Sportstiftung Hessen, die sich bislang Stiftung Sporthilfe nannte. Ein wichtiger Förderer ist besonders Familie Linsenhoff.

          Die Unterstützung ist Ehrensache. Ann Kathrin Linsenhoff zögerte keine Sekunde, als es galt, in großer Not zu helfen. Selbstverständlich gewährte die Olympiasiegerin von Seoul dem Olympiasieger von Rio de Janeiro eine neue Trainingsheimat auf Zeit. Schließlich hatte der Brand Ende Februar auf dem Bad Homburger Erlenhof großen Schaden auf dem Gestüt der Familie Rothenberger angerichtet. Damals konnte Sönke Rothenberger in einer beherzten Rettungsaktion die meisten Pferde vor dem Flammentod bewahren – auch Cosmo, sein Paradepferd. Auch am Mittwoch, an einem der heißesten Tage des Jahres, gewährte Rothenberger Cosmo einen dieser ungezwungenen morgendlichen Ausritte auf dem Schafhof, dem Gestüt von Ann Kathrin Linsenhoff. „Ich bin der Familie Linsenhoff-Rath unendlich dankbar, dass ich hier sein darf“, sagte der 24 Jahre alte Student, der bald kein Student mehr ist, denn er steht unmittelbar vor dem Abschluss als Master in Management an der Frankfurt School of Finance.

          Gemeinsam mit der 17 Jahre alten Leichtathletin Jenna Fee Feyerabend nutzte Rothenberger die Chance, um nach dem Ausritt mit Cosmo auf dem Schafhof über die Vorzüge der Sportstiftung Hessen zu sprechen. Vor fast zwei Jahrzehnten, am 11. Dezember 2001, wurde die damalige Stiftung Sporthilfe Hessen vom Landessportbund Hessen und vom Land Hessen, vertreten durch das Sport- und Innenministerium, gegründet. Ein Name, der Geschichte ist: Seit dem 26. Juni 2019 gibt es nur noch den griffigen Namen Sportstiftung Hessen. Eine Institution, für die viele namhafte Gönner, Sponsoren, Unternehmen und Persönlichkeiten jahrelang Gutes getan haben – auch Ann Kathrin Linsenhoff. „Meine Familie hat schon immer den Sport unterstützt“, sagte die 58 Jahre junge Frau, die sich gemeinsam mit acht anderen Mitstreitern in der Arbeitsgruppe Marketing und Sponsoring um die strategische Neuausrichtung der Sportstiftung Hessen kümmert. Vorstandsvorsitzender ist Hessens Sport- und Innenminister Peter Beuth, der turnusgemäß die Geschäfte des nun als Stellvertreter wirkenden Professor Heinz Zielinski übernommen hat.

          „Wir fördern Leistung.“ Der Slogan der Sportstiftung Hessen ist eindeutig, und Sönke Rothenberger kann ebenso wie Siebenkämpferin und Hochspringerin Jenna Fee Feyerabend bestätigen, dass die Unterstützung wirkt. So wurde dem Bad Homburger Dressurreiter während eines Auslandssemesters in Brüssel ermöglicht, auch weiterhin mit Cosmo und Co. zu arbeiten. Und die junge Athletin vom TV Groß-Gerau, viermalige deutsche Meisterin und Fünftplazierte der Olympischen Jugendspiele, ist „extra an die Frankfurter Carl-von-Weinberg-Schule gegangen“, an der sie die nötigen zeitlichen Freiräume gewährt bekommt, um Leichtathletik in ihrer Altersklasse auf Spitzenniveau zu betreiben. „Ich brauche den Druck, aber ich mache mir keinen Druck“, sagte Jenna Fee Feyerabend auf dem Kronberger Schafhof. Sie betrachtet es als „mega Ehre“, Mitglied im von der Sportstiftung geförderten Hessenteam zu sein. Dass die Sportstiftung Hessen zukünftig in die Offensive gehen und noch mehr für sich werben will, finden Rothenberger wie Feyerabend gut.

          Während sich der Dressurreiter eine Sportlerparty zum gegenseitigen Kennenlernen wünschte, signalisierte die Siebenkämpferin ihr Interesse an Medienworkshops. Beides, versprachen die Macher der Sportstiftung, werde kommen. Jens-Uwe Münker, der Abteilungsleiter Sport im Hessischen Innenministerium, bekräftigte, „dass wir Olympiasieger brauchen, die als Vorbilder fungieren“. Sportler wie Rothenberger, der demnächst nicht nur von Bad Homburg nach Kronberg, sondern auch nach Wiesbaden fahren kann. Ministerpräsident Volker Bouffier will das vom Dressurreiter gewünschte Kennenlernen bei einem großen Empfang in seiner Dienstvilla weiter forcieren. Sportfreund Bouffier trifft damit den Nerv der Sportstiftung Hessen, die ab sofort und verstärkt in die Offensive gehen will, wie dies Metropress-Gründer Hans-Jürgen Müller aus der Arbeitsgruppe Marketing und Sponsoring betonte.

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