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Fortschritt bei der Eintracht : In einer neuen Entwicklungsstufe

  • -Aktualisiert am

Treffsicher: Gelson Fernandes bejubelt sein 1:0 Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht hat zueinandergefunden. Wie lange sie den Fliehkräften, die sich aus der Dauerbelastung bis Weihnachten ergeben, trotzen kann, kann aber niemand vorhersagen. Ein Kommentar.

          Fast wäre das Comeback sogar noch mit einem goldenen Schuss gekrönt worden. Doch der Leipziger Torwart Gulacsi wehrte den Versuch von Ante Rebic in der 87. Minute gerade noch so ab. Obwohl die Frankfurter Eintracht dadurch auch in ihrem zweiten Auftritt im heimischen Stadion den ersten Heimsieg verpasste, sendete sie am Sonntagabend mehr gute als schlechte Signale. Zuallererst zeigte Pokal-Held Ante Rebic beim 1:1 gegen RB Leipzig, dass er wieder für Großtaten bereitsteht. Noch nicht über 90 Minuten, dazu bedarf es noch ein wenig Zeit für den Aufbau der Kondition. Aber im Gegensatz zu seinem ersten Einsatz im Supercup gegen Bayern München wirkte der Kroate so dynamisch, aggressiv und spritzig wie zuletzt bei der WM für sein Heimatland.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Zwei weitere Stützen der vergangenen Saison ließen ihren holprigen Saisonstart hinter sich. Makoto Hasebe und David Abraham verliehen der Dreierkette wie schon zu Zeiten Trainer Kovacs Stabilität. Insgesamt wirkte die Mannschaft über weite Phasen der Begegnung in sich gefestigt. Eine Auswirkung des unverhofften Auswärtssieges in der Europa League bei Olympique Marseille – trotz Unterzahl. Die Frankfurter Kicker gingen gegen Leipzig ihrer Arbeit mit der Entschlossenheit und Selbstgewissheit nach, die nötig ist, um in der Bundesliga auch gegen spielerisch überlegene Gegner zu bestehen.

           

          Nach vier Spieltagen ist die Findungsphase, wie der neue Trainer Adi Hütter die Situation bei der Eintracht vor kurzem noch beschrieben hat, in eine neue Entwicklungsstufe eingetreten. Hütter wagt es noch immer nicht, seine Frankfurter in einem reinen 4-4-2 auf das Feld zu schicken und das aggressive Pressing betreiben zu lassen, so wie er es früher in Bern bevorzugte. Aber er nähert sich langsam an sein Lieblingssystem an. In einigen Spielphasen gibt er schon mal die Losung Forechecking aus, gegen Leipzig traute er sich, mit zwei Spitzen, Jovic und Haller, Druck auszuüben. Der Rückgriff auf die Dreierkette mit Abraham, Hasebe und Ndicka war der angespannten Personallage geschuldet. Es bleibt noch genug Detailarbeit zu leisten – aber grundsätzlich scheinen die Spieler nun viel besser zu verstehen, worauf der Trainer hinaus will.

          Vor der ersten Englischen Woche mit einem Auftritt in der Europa League befürchteten viele, dass die Eintracht überfordert sein könnte. Beim anspruchsvollen Programm mit Gegnern wie Dortmund, Marseille und Leipzig (Gladbach folgt) sahen manche schon eine ernsthafte Krise heraufziehen. Das bestätigte sich nicht. Die Eintracht hat zueinandergefunden. Wie lange sie den Fliehkräften, die sich aus der Dauerbelastung bis Weihnachten ergeben, trotzen kann, kann niemand vorhersagen. Aber wenn das Verletzungspech nicht weiter zuschlägt, hat sie ausreichende Grundlagen, um sich achtbar aus allen Affären zu ziehen.

          Die Mannschaft hat die Grundlagen, um sich achtbar aus allen Affären zu ziehen.

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