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Mehrzweckarena für Frankfurt und Offenbach : In der Sackgasse

  • -Aktualisiert am

Auf verlorenem Posten: Die Eissporthalle könnte nun doch wieder die Basis für eine Multifuktionsarena werden. Bild: Wonge Bergmann

Die Ausschreibung der Multifunktionsarena kommt wieder nicht. Frankfurt und Offenbach finden keinen Lösungsweg. Das Projekt am Kaiserlei droht endgültig zu scheitern.

          Eigentlich wäre an diesem Freitag der große Tag gewesen. Noch vor den Sommerferien, so hatte der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank angekündigt, werde man den Bau einer modernen Mehrzweckarena ausschreiben. Die laue Sommerzeit beginnt an diesem Samstag, die Schulen bleiben geschlossen – und auch die Akte Mehrzweckarena.

          Dass die Städte Frankfurt und Offenbach, die das am Kaiserlei geplante Objekt gemeinsam hatten realisieren wollen, am letzten Schultag ihre Hausaufgaben bezüglich der sich schon jahrelang hinauszögernden Ausschreibung noch erledigen werden, ist ausgeschlossen. „Klar, es wird sich weiter verzögern“, sagt Frank. So liegt das Projekt weiter auf Eis. Und so, wie die Lage derzeit erscheint, droht es dort in absehbarer Zeit zu erfrieren.

          Ein kommunalpolitisches Dauerärgernis

          Frank wirkt enttäuscht, wenn man ihn auf das ehrgeizige Bauvorhaben anspricht, das halb auf Offenbacher, halb auf Frankfurter Grund eine spektakuläre Gemeinschaftsproduktion gewesen wäre. „Ohne eine gute Verkehrsanbindung auf Offenbacher Gebiet ist die Ausschreibung einer solchen Halle ein Problem.“ Der Frankfurter Sport, allen voran der Basketball-Profiklub Fraport Skyliners, wartet sehnsüchtig auf eine zeitgemäße Wirkungsstätte. Dass die Skyliners in ihrer alten Spielstätte, der Ballsporthalle in Höchst, an ihre Vermarktungs- und damit Entwicklungsgrenzen stoßen, hat deren geschäftsführender Gesellschafter Gunnar Wöbke schon mehrmals betont. Der Skyliners-Chef schien bis zuletzt fest davon überzeugt, dass das Projekt zum angekündigten Termin ausgeschrieben wird. Wöbke, der aus den genannten Gründen ein großer Förderer des Hallenprojektes ist und den Einstieg von gleich mehreren Investoren in Aussicht stellt, war am Dienstag nicht zu erreichen. Die Enttäuschung beim Skyliners-Chef dürfte groß sein.

          Die Ursachen dafür, dass aus den Hallenbau kein wegweisendes Leuchtturmprojekt, sondern ein kommunalpolitisches Dauerärgernis wird, sind nicht ganz eindeutig. Glaubt man dem Frankfurter Sportdezernenten, liegen die Ursachen der Verzögerungen rein auf Offenbacher Seite. Die Stadt will am Kaiserlei den Kreisel zurückbauen und eine große Kreuzung installieren. Dabei, so Frank, wäre es nur notwendig, eine zusätzliche Abbiegespur einzuplanen, um einen ausreichenden Verkehrsfluss zu der mit einer Kapazität von 12.000 Zuschauern geplanten Halle zu garantieren.

          Offenbach plant am Kaiserlei ein Gewerbegebiet

          „Offenbach hat aber bezüglich des Kaiserlei ein Planfeststellungsverfahren gemacht, das nicht mehr verändert werden soll.“ Grund dafür ist laut Frank die Offenbacher Befürchtung, bei einer Veränderung des Planes Landeszuschüsse zu verlieren. Aus diesem Grund hat die Stadt Frankfurt offenbar auch versucht, über den stellvertretenden hessischen Ministerpräsidenten und hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) vermittelnd einzuwirken. „Das hat auch geholfen“, sagt Frank. Dem Tonfall ist aber anzumerken, was der Sportdezernent nicht ausspricht: Es hat nicht entscheidend geholfen.

          Frank sieht seine Stadt zu sehr im Fokus. „Es reicht doch nicht aus zu sagen: Der Ball liegt jetzt bei Frankfurt.“ Die Widerstände der Stadt Offenbach, die am Kaiserlei ein Premium-Gewerbegebiet plant, sind deutlich spürbar. „Eine solche Halle hätte am Kaiserlei eine hohe Flächenintensität und eine niedrige Wertschöpfung“, sagt Frank Achenbach, der Geschäftsführer der Offenbacher Industrie- und Handelskammer. Die Kammer würde an dieser Stelle viel lieber den Platz für die Ansiedlung von Gewerbetrieben reservieren. Einen Hallenbau hält Achenbach „für nicht die beste Idee“.

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