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Mainz 05 : Da geht noch was

Mainz wie es siegt und lacht: Der FSV sichert sich gegen Düsseldorf den Klassenverbleib. Bild: dpa

Viel Potential und ein paar Mängel: Warum die Mainzer nach dem gesicherten Klassenverbleib zeigen müssen, dass noch mehr in ihnen steckt.

          Sandro Schwarz wollte gar nicht erst den Eindruck entstehen lassen, als ob für Mainz 05 die Saison der Fußball-Bundesliga bereits beendet sei, nachdem der Klub am Samstag durch einen 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf den Klassenverbleib frühzeitig gesichert hatte. Er verweigerte sich Fragen bezüglich der Perspektiven für die neue Spielzeit oder zu Kaderveränderungen. „Wir haben noch vier Spiele, und die nehmen wir sehr ernst“, sagte der 40 Jahre alte Trainer. Tatsächlich will er die Heimspiele gegen Leipzig und Hoffenheim sowie die Auswärtsspiele in Hannover und vor allem beim Nachbarn Eintracht Frankfurt nutzen, die Entwicklung seiner Mannschaft weiter voranzutreiben. Das junge Mainzer Team hat schließlich gegen Düsseldorf wieder einmal gezeigt, welches Potential in ihm steckt und welche Mängel es zugleich zu beseitigen gilt.

          Die Rheinhessen fingen beherzt an und gingen auch begünstigt durch Düsseldorfer Verteidigungsschwächen nach nur 36 Sekunden durch Jean-Philippe Mateta in Führung. Sie ließen sich durch den guten Beginn und manch gelungene Ballstafette sowie die höhere individuelle Qualität gerade im Mittelfeld in der Folge aber wieder zu einer gewissen Arroganz und Nachlässigkeit gegen den Aufsteiger hinreißen, so dass ein Spielverlauf wie vor einigen Wochen gegen den 1. FC Nürnberg zustande kam. Die Mainzer gaben ein dominant geführtes Spiel aus der Hand und sahen sich einem immer frecher auftretenden Gegner ausgeliefert. Die Konsequenz war, dass Düsseldorf das Spiel fortan bestimmte und nach dem Ausgleich durch Dodi Lukebakio (19.) auch durchaus hätte in Führung gehen können. Der Torschütze schoss aber nach 58 Minuten den Ball bei einem Handelfmeter nur an den Pfosten. Das rüttelte die Mainzer plötzlich wach. Sie besannen sich ihrer Fähigkeiten. Onisiwo und abermals Mateta mit seinem zwölften Saisontor sorgten für den Heimsieg.

          Wichtiger Erfolg für Schwarz

          Ein Erfolg, der besonders für Trainer Schwarz wichtig war, weil er mit seinem Team den Klassenverbleib aus eigener Kraft und ohne Schützenhilfe schaffen wollte. Schwarz schätzt den Wert gemeinsamer Erfolgserlebnisse für die Entwicklung eines jungen Teams als sehr hoch ein. „Wir haben so viel Potential, und das ist noch längst nicht ausgeschöpft“, sagte derweil Sportvorstand Rouven Schröder mit Blick auf die von ihm mit geschickter Transferpolitik mitgeprägte Mannschaft. Schröder wird bei seinen Worten auch im Blick gehabt haben, dass mit diesem Kader womöglich auch ein bisschen mehr drin gewesen wäre als nun Platz zwölf nach 30 Spieltagen. Nach Möglichkeit wollen die Mainzer nun bis zum Saisonende noch Platz zehn erreichen, weil diese „Meisterschaft der unteren Tabellenhälfte“ auch einige Mehreinnahmen sichern würde. Die Mainzer würden dann mit Sicherheit im Fernsehranking vor dem FC Augsburg bleiben und somit gut drei Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen verteidigen. Das scheinen in Mainz erstaunlicherweise sogar die Spieler im Blick zu haben. Danny Latza nannte die Aussicht auf Zusatzeinnahmen für seinen Klub durchaus als einen Grund zur Motivation für die verbleibenden Spiele. Das Geld könnte der Verein in Neuzugänge investieren, über die im Klub freilich noch niemand öffentlich reden möchte. Es geht weiter darum, die spielerische Entwicklung durch entsprechende Akteure weiter voranzutreiben. „Wir sind fußballerisch enorm weitergekommen in diesem Jahr“, sagt Latza: „Wir haben mit unserem Trainer einen Plan, den wir seit zwei Jahren durchziehen. Gerade zu Hause können wir mittlerweile sehr dominant auftreten, weil wir im Ballbesitz besser geworden sind.“

          In Mainz, wo sie es gewohnt sind, fast immer bis annähernd zum letzten Spieltag zittern zu müssen um den Klassenverbleib oder manchmal auch um die Europa-League-Qualifikation, können sie nun in den kommenden Wochen in aller Ruhe die neue Saison planen.

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