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Mainz 05 : Tag der Abschiede und der Nachbarschaftshilfe

Letzte Spielerparade: Stadionsprecher Klaus Hafner hört nach dem Spiel gegen Hoffenheim auf. Bild: Daniel Vogl

Geht es mit der Taktik wie beim Tipp-Kick? Mainz 05 will einen würdigen Abschied für Klaus Hafner und Niko Bungert. Ein Sieg gegen Hoffenheim könnte aber auch der Eintracht helfen.

          Zu Beginn der Woche hat sich Sandro Schwarz einmal aus Spaß auf einen ungewöhnlichen Weg der Fortbildung begeben. An der Tipp-Kick-Platte übte er sich in einer nicht ganz fußballfremden Sportart und suchte wohl auch nach Anregungen für das Spiel der Fußballprofis von Mainz 05 vor dem letzten Saisonspiel gegen die TSG Hoffenheim an diesem Samstag (15.30 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und Sky). Anders als im bisherigen Saisonverlauf mit seiner gerne im Ballbesitz operierenden Mannschaft verlegte er sich beim Tischfußball allein auf das Umschaltspiel, was ihm erstaunlich gut gelang bei drei blitzschnellen Kontertoren in zwei Spielen. Ob die Herangehensweise mit den kleinen Gusseisenfiguren ein Indiz für die Taktik gegen Hoffenheim war, ließ Schwarz offen.

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          Nur so viel ist gewiss: Die als Tabellenzwölfter sorglos agierenden Mainzer nehmen auch diese letzte Begegnung einer insgesamt erfreulich verlaufenen Saison ernst. Der 40 Jahre alte Schwarz fordert von seinem Team unmissverständlich eine Bestätigung der positiven Entwicklung der vergangenen Monate und auch des Auswärtserfolgs bei der Eintracht am Sonntag. Mit einer letzten Energieleistung soll möglichst ein zwölfter Saisonsieg eingefahren werden, der zugleich ein wenig Nachbarschaftshilfe leisten könnte. Sollte die Eintracht in München verlieren, wäre sie nämlich auf Schützenhilfe aus Mainz angewiesen, um in der Abschlusstabelle vor Hoffenheim zu bleiben. Das könnte am Ende den Ausschlag geben bezüglich einer Qualifikation für die Europa League oder aber des Endes der Träume von einer Fortsetzung der so erfolgreichen Europareise. „Uns geht es erst einmal um uns, wir wollen möglichst mit 43 Punkten aus der Saison gehen. Aber sicher hätte die Eintracht nach deren großartigem Jahr eine Qualifikation verdient“, sagt Schwarz.

          Kapitän und Stadionsprecher hören auf

          Der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison ist in Mainz auch aus anderen Gründen besonders: Kapitän Niko Bungert wird nach elf Jahren als Innenverteidiger und Stadionsprecher Klaus Hafner nach 30 Jahren am Mikrofon werden verabschiedet. „Es geht uns in dem Spiel natürlich ums Gewinnen für uns als Mannschaft. Aber es geht eben auch darum, Niko Bungert und Klaus Hafner einen krönenden Abschluss zu bereiten“, sagt Schwarz. Eine Garantie auf einen Startelfplatz wollte Schwarz dem 32 Jahre alten Bungert nicht geben. Aber ein Fehler wie im Vorjahr wird ihm gewiss nicht passieren. Da vergaß Schwarz in der Hitze des Gefechts beim 1:2 gegen Werder Bremen, den rechtzeitig zum Saisonfinale nach monatelangen gesundheitlichen Schwierigkeiten wieder genesenen Bungert einzuwechseln und ihm somit wenigstens einen einzigen Saisoneinsatz zu sichern. Schwarz entschuldigte sich später bei seinem Kapitän. Am Samstag wird all das vergessen sein, wenn Bungert entweder zu Spielbeginn oder eben später die Kapitänsbinde überstreifen und ein letztes Mal für Mainz 05 spielen wird.

          Bungert kann sich als Andenken von seinem letzten Einsatz in jedem Fall das am Donnerstag vorgestellte neue Mainzer Trikot mit nach Hause nehmen, das gegen Hoffenheim erstmals zum Einsatz kommt. Dieses Hemd unterscheidet sich minimal vom bisherigen Trikot, was bei den Anhängern für Verwunderung und vermutlich geringen Kaufanreiz sorgt. Es ist genauso rot wie das alte, hat als Neuerung nur einen Kragen. Nach Informationen dieser Zeitung konnte sich die Vereinsführung in den Verhandlungen mit dem Ausrüster in diesem Jahr noch nicht durchsetzen beim Wunsch nach einem eigens für Mainz 05 gestalteten Trikot im rot-weißen Karo-Muster, das die Mannschaft schon in den neunziger Jahren einmal getragen hatte.

          Immerhin geht der Verein mit der modischen Stagnation im Vorstellungsspot in den sozialen Medien gewohnt selbstironisch um: Für erstaunte Reaktionen sorgt der ins neue Trikot gekleidete neue Stadionsprecher Andreas Bockius aus einem Grund, der nicht am Shirt liegt: Er läuft allein ins Trikot gewandet ohne Hose und Unterhose durch die Stadt.

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